TourenTschechien

Zlatá cesta – Goldener Weg

Der goldene Weg, die Zlatá cesta, führt auf böhmischem Gebiet zunächst gespenstisch über verwunschenen Boden, den Tschechen und Deutsche Jahrhunderte lang gemeinsam kultiviert hatten, bis sie sich im nationalen Toben der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts gegenseitig ausgrenzten. Wie vom Erdboden verschluckt die einstigen Dörfer – der Wanderer stößt nur noch auf Reste verschwundener Güter.

Die Altstraße durchquerte früher Pavl?v Studenec/Paulusbrunn, von dem nur noch eine Wüstung übrig ist. Von den 1200 Einwohnern von Milí?e/ Brand, dem nächsten Etappenziel, blieben 200. Viele Häuser verfielen, in anderen wurden Ostslowaken angesiedelt, die die Kirche ihrem Ritus anpassten. Myto/Mauthdorf ist seit 1945 nur noch halb so groß.

Letzte Station vor Tachov, unweit der Gemeinde Sv?tce/Swietze (155 EW) sind die romantischen Ruinen des von der Natur zurückeroberten Paulanerklosters neben den hohen Wänden eines unvollendeten Schlosses des Fürsten von Windischgrätz. Die neoromanische Reithalle gehört der Stadt Tachov und wird seit der Renovierung von 2000 für Konzerte und Theateraufführungen genutzt.


Tachov/Tachau

Während westlich der Bezirksstadt Dörfer verschwanden und Menschen das Weite suchen mussten, erlebte Tachov seit 1945 eine Verdreifachung seiner Einwohnerzahl auf 13 000. Ihren ersten großen Aufschwung erlebte die um 1100 gegründete Stadt unter Karl IV., als die gotische Pfarrkirche (mit schönem Akanthusaltar) gebaut wurde. Die Eroberung dieser wichtigen Station an der Goldenen Straße sicherte den Hussiten ab 1427 lange Zeit die Kontrolle über Böhmen. Nach der Beteiligung am, protestantischen Ständeaufstand, zu Beginn des 30-Jährigen Krieges verlor Tachov alle Privilegien und wurde zur Provinzstadt degradiert.

Mächtigen Eindruck macht die gut erhaltene Stadtbefestigung mit Türmen aus dem 14. Jh. bereits beim Betreten des Ortskerns. In strahlenden Farben präsentieren sich mittlerweile auch die schönen Bürgerhäuser am ausgedehnten Marktplatz mit Brunnen und der gotischen Maria- Himmelfahrtskirche im Hintergrund, deren Turmhelm an Peter Parlers Prager Vorbilder erinnert. Im klassizistischen Schloss der Fürstendynastie von Windisch-Graetz ist die Stadtverwaltung untergebracht.

Im ehemaligen vierflügeligen Franziskanerkloster, T?ída Míru 447, befindet sich heute das Kreismuseum. Der Kreuzgang ist mit Ölgemälden bestückt, die Klosterkirche Hl. Maria Magdalena und Elisabeth hat eine Rokoko-Ausstattung. Fresken (1827) im Konvent stammen vom Tirschenreuther Maler Christoph Maurus Fuchs. Die vor dem Krieg bedeutende Perlmutterindustrie siedelte 1945 nach Bärnau über.

Es muss nicht immer Fisch sein: Im Schlossrestaurant “Bei den drei Fischlein”/U t?í rybi

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