Goldene StraßePrahaTschechien

Machtdemo der Habsburger

Das schmiedeeiserne Haupttor der Prager Burg, flankiert von den Wachen, die sich 60 Minuten lang nicht bewegen dürfen, gibt den Blick auf den schlichten, aber machtbewussten Barockstil frei, den Kaiserin Maria Theresia schätzte. Passend dazu eine Allegorie der Habsburger Machtentfaltung mit den Initialen MTJ für „Maria Theresia Josef“ als Logo auf dem Zaun.

Burgwache im Anmarsch.

„Durch dieses Tor betreten auch die Gäste eines offiziellen Staatsbesuchs die Burg“, wertet Ivo den Abstecher der Oberpfälzer diplomatisch auf, „nur dass dann die gesamte Burgwache aufmarschiert und Präsident Václav Klaus den Gästen entgegenkommt.“

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„Die Wahrheit siegt“, ist auf der Präsidentenstandarte hoch oben auf dem Schlossdach zu lesen. „Wir haben uns in Zeiten des Kommunismus immer gefragt, wann denn endlich‘,“ witzelt Ivo. 22 Jahre nachdem Václav Havel aus der Schaltzentrale des absurden Theaters, der Laterna Magica, die Samtene Revolution zum Erfolg geführt hat,

“Die Wahrheit siegt” lautet die Parole auf der Präsidentenstandarte, die über der Burg weht.

sieht Janoušek den Auftrag als erfüllt an: „Inzwischen glauben wir, dass der Spruch seine Berechtigung hat. Zumindest haben wir inzwischen eine erträgliche Normalität erreicht.“

An der Fassadenfront prangen noch die Wappen der Länder, die Kaiser Matthias bis 1619 beherrschte. „Prag war immer Zweitsitz der Habsburger. Heute haben wir deswegen hier die ältere Substanz, weil man nicht so viel umbaute wie in Wien – das wirkte sich günstig für die Kulisse des Films Amadeus aus.“

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