Goldene StraßePrahaTschechien

Prag in 24 Stunden

Sieben Hügel umgeben die ewige Stadt, durch welche Smetanas verdichtete Moldau mit ihren poetischen acht Inseln fließt. 1,2 Millionen Prager leben in den mehr als hundert Türmen und noch viel mehr Wohnburgen am Rande der Hauptstadt mit ihren 22 Verwaltungsbezirken, 57 Stadtteilen und 146 Ortsteilen, die sich auf einer Fläche von knapp 50 000 Hektar ausbreiten. V Praze je blaze – in Prag fühlt man sich wohl, dichtet der Volksmund in Gedanken an abertausende von Kiezkneipen.

Pragcollage: 60 Oberpfälzer blicken auf die Goldene Stadt.

Die Entdeckung der Langsamkeit beginnt für die 60-Kopf starke Oberpfälzer Reisegruppe des Kulturvereins Bohème mit einer Bus-Odyssee durch die tschechische Hauptstadt, die Reiseführer Ivo Janoušek nach dem Hotelstopp endlich kompetent begleitet. „Im heutigen Hotel Ariston gaben sich vor der Wende Gewerkschaftsbosse die Klinke in die Hand“, erinnert das Prager Urgestein an die kommunistische Ära des Gründerzeithauses mit dem opulenten Theatersaal als Frühstückskantine. Die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt ist von einem Gürtel guterhaltener Jahrhundertwende-Viertel wie hier in Žižkov umgeben. Der östlich vom Zentrum gelegene dritte Prager Bezirk am Žižka-Berg ist nach dem bedeutendsten Heerführer der Hussiten benannt, Jan Žižka. An den Einäugigen erinnert die mit witzigen Illustrationen geschmückte Kiez-Kneipe „Hospoda U vyst?elenýho oka“, die „Kneipe zum ausgeschossenen Auge“.

Fernsehturm in Form einer Rakete.

Die Rakete von Žižkov
„In der Schlacht am Veitsberg (Vítkov) am 14. Juli 1420 erlitten die katholischen Kreuzzügler die erste schwere Niederlage gegen die Hussiten unter der Führung von Jan Žižka“, erklärt Janoušek. Der studierte Naturwissenschaftler nutzt seit Jahrzehnten seine hervorragenden Fremdsprachenkenntnisse, um Touristen ins rechte Prager Bild zu setzen. „Der Veitsberg liegt am Rand der Stadt Prag, die Kämpfe wurden in einem Weinberg ausgetragen, den Kaiser Karl IV. hatte anlegen lassen.“ Zwei gewaltige Monumente ragen hier in den Stadthimmel: „Das monumentale Žižka-Denkmal und der Fernsehturm in Form einer Rakete – viele Prager hoffen immer noch, dass sie eines Tages abhebt.“

Von diesem hoch gelegenen Stadtteil überblickt man die Anlage der tschechischen Hauptstadt, deren Neustadt einen Halbring um die Altstadt bildet, dessen Zentrum die Moldau quert. „30 Kilometer nördlich mündet sie in die Elbe“, folgt Ivo geistig ihrem Lauf, während er auf das Bootel Albatros zeigt: „Fünf solche schwimmenden Hotels haben wir hier, die sind ruhig, nicht teuer und deshalb recht beliebt.“ Wir überqueren die ?ech-Brücke und nähern uns dem Hirschgraben, wo wir endlich den Bus verlassen.

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