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Von Manufaktur bis Fließband: Fahrradbranche fasst weiter Tritt

Die Fahrradbranche hat in Sachsen eine weit über hundertjährige Geschichte. Neben dem Traditionsbetrieb Diamant sind in den vergangenen Jahren etliche neue Unternehmen auf den Plan getreten.

Sachsens Fahrradindustrie hat in den vergangenen Jahren vom Boom der Branche profitiert und stellt weitere Weichen für die Zukunft. So sind neue Start-ups entstanden, und der Traditionsbetrieb Diamant plant eine Erweiterung. Der Radverkehr habe nicht nur umwelt- und verkehrspolitische, sondern starke wirtschaftliche Bedeutung, betont Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Getrieben sei das Wachstum zuletzt vom Trend zu E-Bikes sowie der Nachfrage nach hochwertigen Fahrrädern gewesen. Die Branche erwirtschafte in Sachsen mit rund 10 000 Beschäftigten in mehr als 300 Unternehmen einen Jahresumsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro.

Allein auf rund 300 Millionen Euro belaufen sich die Erlöse der Diamant Fahrradwerke. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis 1885 zurück, so dass es als ältester produzierender Fahrradhersteller Deutschlands gilt. Täglich werden in Hartmannsdorf bei Chemnitz zurzeit 1000 bis 1200 Fahrräder in zwei Schichten an Fließbändern montiert und vorrangig in Deutschland und Europa verkauft.

Nach zuletzt zweistelligen Wachstumsraten erwartet Geschäftsführer Mirco Schmidt dieses Jahr eine Konsolidierung. «Das ist in unseren Augen ein temporärer Effekt.» So investiert das Unternehmen bereits in die Erweiterung der Produktion. Dazu entsteht eine neue Versandhalle und wird die Fertigung erweitert. Schmidt spricht von einer Verdoppelung der Fläche. Wie viel das Unternehmen genau investiert, darüber hüllt sich Schmidt allerdings in Schweigen.

Andernorts in Sachsen sind zudem neue Unternehmen auf die Landkarte getreten. In Chemnitz fertigt die Manufaktur Pi Rope seit einigen Jahren textile Speichen und macht damit die Laufräder von Fahrrädern besonders leicht. In Hainichen (Landkreis Mittelsachsen) baut derweil das Unternehmen RWC Factory Container zu Fahrradgaragen mit bis zu 24 Plätzen um – samt Buchungs- und Bezahlsystem. Die erste Anlage wurde 2021 in Betrieb genommen, berichtet Firmengründer Patrick Rabe. Seither habe sich der Umsatz jährlich in etwa verdoppelt und wurden inzwischen 15 solcher Fahrradgaragen gebaut – sie stehen in Pirna, ebenso wie in Berlin, Emden und mehreren Städten in Bayern.

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