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Rebellion gegen Vereinnahmung

Der deutschen Regisseure Michael Thalheimer (49) und Peter Stein (77) haben in Moskau den bedeutenden Theaterpreis Solotaja Maska (Goldene Maske) erhalten.

Moskau (dpa) – Thalheimer bekam den Preis bereits zum zweiten Mal für das beste ausländische Theaterstück – diesmal für Molières «Tartuffe». Auf der Bühne im Stanislawski-Musiktheater sagte Thalheimer, dass das vor mehr als 300 Jahren von der Zensur verbotene Stück weiter aktuell sei. «Es ist wunderbar, sich heute daran zu erinnern, dass Freiheit ein Grundrecht des Theaters ist», sagt er am Samstag.

Der Regisseur Michael Thalheimer ist am 03.05.2013 im Haus der Berliner Festspiele in Berlin während der Probe zu “Medea” zu sehen.

Der Regisseur der Schaubühne in Berlin spielte damit unter lautem Beifall auf die jüngste Zensurdebatte in Russland an. 

Nach Kritik von der Kirche und Vorwürfen wegen Gotteslästerung hatte die Oper in Nowosibirsk unlängst eine Inszenierung von Richard Wagners «Tannhäuser» abgesetzt.

Es sei wichtig, in einer solchen Zeit die russische Theaterszene zu unterstützen, sagte Thalheimer der Deutschen Presse-Agentur. Er hatte vor zehn Jahren eine Goldene Maske für sein Stück «Emilia Galotti» erhalten.

Peter Stein, der zuletzt unter anderem die Oper «Aida» von Giuseppe Verdi in Moskau inszenierte, wurde für seinen Beitrag zur Entwicklung der Theaterkunst in Russland geehrt. Stein sagte, dass die russischen Klassiker sein Leben bereichert hätten.

In der aktuellen Ausgabe des deutschen Wochenmagazins DER SPIEGEL äußert sich Stein ausführlich zu Russlands Rolle in der Welt und der Situation des Theaters. Eine Zusammenfassung des Artikels ist hier nachzulesen auf www.nachtkritik.de

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