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Schwarzes und weißes Gold

Als Ruhrgebiet des Hochmittelalters und der frühen Neuzeit wird die Oberpfalz tituliert und galt als Zentrum des Erz-, Zinn- und Silberabbaus bis zum 16. Jahrhundert als eines der einträglichsten Fürstentümer in Amberg, Auerbach und Sulzbach-Rosenberg, wo die Maxhütte bis ins Jahr 2002 Familien ernährte.

Das Stahlwerk Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg war bis ins Jahr 2002 in Betrieb.

Besonders als Hauptstadt Neuböhmens erlebte Sulzbach-Rosenberg unter Karl IV. einen gewaltigen Aufschwung. Er erlaubte seinen Bürgern im Sulzbacher Land – vom Böhmerwald bis an die Stadttore Nürnbergs – Eisenerz zu fördern. Die dünn besiedelte Oberpfalz verfügte über die notwendigen Rohstoffe Holz und Wasser, um die Montanindustrie zu befeuern. 

Zahlreiche Hammermühlen und -schlösser entstanden, bis im 14. Jahrhundert die ersten Eisenhämmer wieder stillgelegt werden mussten: Der Raubbau im Wald ließ den Brennstoff knapp werden, der natürliche Eichen- und Buchenwald wurde allmählich durch schnell nachwachsendes Nadelholz ersetzt.

Sandborder auf dem Monte Kaolino bei Hirschau.

Die Landwirte setzten sich im Bauernkrieg von 1525 vergeblich gegen das Verbot weiterer Holzeinschläge zur Wehr. Auch in Westböhmen förderten Bergleute wertvolle Metalle. Besonders Silber, das der Stadt St?íbro/Mies ihren tschechischen Namen verlieh, machte Reich und Königreich.

Die Entdeckung neuer Rohstoffquellen und Technologien im 16. Jahrhundert sowie Hussitenstürme und der Dreißigjährige Krieg markierten das Ende der glänzenden Ära.

Ein weiterer Rohstoff der Region ist das Kaolin. Im größten Abbaugebiet Deutschlands produzieren Porzellanmanufakturen seit 1833 feinste Keramik. Der Name “Kaolin” ist auf die chinesische Region Gaoling zurückzuführen, der Heimat des Porzellans.  In Hirschau erfahren Besucher die Geschichte und Entwicklung dieses Industriezweigs, der für die Region über lange Zeit der wichtigste war. Mehr Informationen auf www.montekaolino.eu
 

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