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Eckardt kritisiert Abschiebungen

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hat die Sammelabschiebung von 14 Afghanen in ihr Heimatland als «unverantwortlich und unverhältnismäßig» kritisiert. Bei den Abgeschobenen handle es sich nicht nur um schwere Straftäter, sagte Göring-Eckardt am Mittwoch. Vielmehr befinde sich darunter auch ein junger Mann, der seit vielen Jahren in Deutschland lebe und mit einer Deutschen verlobt sei. Er werde nun «wegen geringer Geldstrafen» abgeschoben. Dies sei «ein verheerendes Signal an tausende, die sich hier integrieren wollen».

Berlin (dpa) – Zudem werde Afghanistan zunehmend unsicherer, kritisierte die Grünen-Politikerin mit Bezug auf jüngste Anschläge mit zahlreichen Toten. «Der US-Außenminister kann sich mit dem afghanischen Präsidenten nur auf dem schwer gesicherten US-Luftwaffenstützpunkt treffen, aber Deutschland schiebt weiter ab», so Göring-Eckardt.

Ein Demonstrant schriebt am 22.02.2017 auf den Fußweg der Fußgängerzone am Schlossplatz in Stuttgart mit Kreidestiften, vorne ist zu lesen “Stop Wars! Not People”. Am Mittwoch wurde in mehreren Deutschen Städten gegen die Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan demonstriert.

Trotz der eskalierenden Gewalt in Afghanistan hatte Deutschland am Mittwoch eine weitere Gruppe von Afghanen in ihre Heimat abgeschoben. Die abgelehnten Asylbewerber waren am Morgen in Kabul angekommen. Mit insgesamt sieben Sammelabschiebungen seit Dezember 2016 ließ Deutschland damit bislang 128 Männer nach Afghanistan zurückfliegen.

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