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Bayerische Wald: Unterwegs im Freizeitspaß-Land

Der Bayerische Wald ist nicht nur ein Paradies für Wanderer, sondern - und darauf würde man vermutlich nicht kommen - auch ein Dorado für Fans von Freizeitparks aller Art. Wir stellen sie vor.

Es ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas, doch nicht nur die Dichte an Bäumen ist groß im Bayerischen Wald. Auch die Menge an Freizeitparks ist in der Region zwischen Regensburg und Passau ungewöhnlich hoch.

Ein rundes Dutzend gibt es hier in einem Umkreis von nur 100 Kilometern. Keine Mega-Einrichtungen wie der Europa-Park Rust oder gar das Disneyland Paris, aber doch große und kleine Besucher-Magnete – die auch zum Teil spektakuläre Attraktionen bieten.

Überwiegend gilt für sie: Familien, die es eher ruhig angehen lassen möchten, sind die Zielgruppe. Ein Streifzug zwischen Sommerrodeln, Höllenachterbahnen und Lasso-Künstlern.

Der vogelwilde Sepp und schnelle Schlitten

Der Name D’Rodelbahn in Sankt Englmar bei Straubing erinnert an die Anfänge des Betriebs. Vor vielen Jahren haben hier Elfriede und Franz Bindl klein angefangen: Mit einer Beteiligung am ersten Skilift im Bayerischen Wald. Irgendwann hat sich der nicht mehr gelohnt und einem einträglicheren Sommerrodelbahn-Projekt Platz gemacht.

Statt Skifahrern ziehen die Lifte seither Bobschlitten auf den Berg, die – mal auf Schienen, mal in der Stahlwanne – recht flott einen Kilometer herunter ins Tal rauschen.

Zu den Coaster-Bahnen ist eine Menge hinzugekommen: Der «voglwuide Sepp» zum Beispiel – Bayerns längste Achterbahn, die auf 755 Metern den Berg rauf und runter saust. Neueste Attraktion ist das Biberland mit einem Familien-Freifallturm namens «Biber-Hopser» und dem «Biber-Karussell», das seine Runden auf dem Wasser dreht.

Gleich daneben können Besucher umsteigen in Bumper-Boote, eine Art Autoscooter im Wasser. Es gibt Bungee-Trampoline und einen großen Rutschenturm.

Mit insgesamt 30 Attraktionen wartet «D’Rodlbahn» auf, viele davon sind auch für kleine Kinder geeignet. Der Eintritt ist frei, zu zahlen sind die in Anspruch genommenen Fahrgeschäfte. Geöffnet ist der Park von Ostern bis Anfang November.

Klettern, virtuelle Dinojagd und ein Waldwipfelweg

An ein aktives und, ja, mutiges Publikum wendet sich der große Kletterwald am Predigtstuhl, dem Hausberg von Sankt Englmar. Auf acht Parcours mit einer Gesamtlänge von knapp 1,2 Kilometern können sich Kraxler auf bis zu 11 Meter Höhe von Baum zu Baum schwingen.

Gleich daneben lockt die 4D Arena, eine Schwarzlicht-Minigolfanlage mit Bogenschieß-Kino. Auf 18 Bahnen darf in Unterwasser-, Dinosaurier- und Fantasywelten gespielt oder im 4D-Kino mit Pfeil und Bogen virtuell auf Bären und Saurier gezielt werden.

In die Welt der Naturphänomene entführt das Bayerwald Xperium im alten Pfarrhaus von Sankt Englmar. Auf 100 Stationen kann gestaunt und experimentiert werden – sei es im Spiegelkabinett, in Windkanälen oder bei Wasserspielen.

Wer wieder an die frische Luft will, kann den Waldwipfelweg im Sankt Englmarer Ortsteil Maibrunn gehen. In luftiger Höhe führt dieser barrierefreie Holzweg durch die Baumkronen. Höhepunkt ist der mehr als 50 Meter hohe Waldturm mit seiner Aussicht über den Bayerischen Wald bis hin zur Donauebene.

Kletternetze und gläserne Rutschen, dazu ein Haus, in dem wirklich alles auf dem Kopf steht, runden das Angebot ab.

Der Höllencoaster der Edelwies

Der Natur- und Freizeitpark Edelwies in Neukirchen ist keine 20 Kilometer von Sankt Englmar entfernt. Die Betreiber haben mächtig investiert und ein Freizeiterlebnis geschaffen, das die Konkurrenz aus der Umgebung nicht scheuen muss.

Neben Superschaukel, Maibaumflieger, Elchreitbahn, Trampolinanlagen und Bootsfahrten über einen großen Stauweiher kann der Park auch die mit der längsten und modernsten Sommerrodelbahn des Bayerischen Walds aufwarten: Der «Höllencoaster» misst 1400 Meter.

Neu ist eine Standseilbahn hinauf zur Alm auf dem Edelwies-Berg mit Rutschenwelt und Falknerei. Auf die Kleinsten warten im Mini-Tierpark Erdmännchen, Alpakas, Kängurus, Nandus, Pampashasen und Schafe. Geöffnet ist der Park von März bis November.

Kinderfreundliches Sonnenblumenparadies

Noch ein Tipp für die Umgebung gefällig? Da bietet sich der Churpfalzpark in Loifling bei Cham an. Gokarts, Autoscooter, Riesenrad, Kettenkarussell und Schiffchenrunden, ein rasantes Wildwasserrennen oder eine Ball-Schießerei zwischen Piratenschiffen warten auf die Gäste – rund 100 Attraktionen, die in eine farbenprächtige Landschaft eingebunden sind.

Und das ist das wirklich Besondere am Loiflinger Park: Eine Million Sommerblumen blühen dort um die Wette – ein Pflanzenparadies, das in seiner ganzen Pracht bei einer Rundfahrt mit der kleinen Eisenbahn sichtbar wird.

Mit vielen Angeboten für Kinder ist der Churpfalzpark der wahrscheinlich ruhigste und familienfreundlichste im Bayerischen Wald. Besonders sympathisch: das Kasperle-Theater. Offen ist der Park von April bis Oktober.

Weiße Handknöchel im Bayern-Park

Bei einem Urlaub im Bayerischen Wald ist auch der Bayern-Park in Reisbach bei Dingolfing in Reichweite. Es ist der Größte und Spektakulärste in der Region. Er verspricht zwar Spaß für die ganze Familie, doch hier kommen auch Adrenalin-Junkies auf ihre Kosten.

Im «Freischütz», einer magnetbetriebenen, rasanten Achterbahn sind weiße Handknöchel vom Festklammern an den Sicherungsbügel garantiert. Nichts für schwache Nerven ist auch das «Voltrum», Süddeutschlands höchster Freifallturm, auf dem es aus 93 Metern in die Tiefe geht.

Familiengerecht und deutlich harmloser sind die Familienachterbahn «FirleFranz», dazu diverse Wasserattraktionen und Karussells. Für die Jüngsten gibt es beschauliche Fahrgeschäfte wie die Schweinchenbahn, eine Raddampfer-Fahrt, Ponyreiten und eine Greifvogel-Schau. Der Park hat von Anfang April bis Anfang Oktober geöffnet.

Wilder Westen im Freistaat

Am Rand des Bayerischen Walds, zwischen Deggendorf und Passau, lockt der Wilde Westen. In der weitläufigen Pullman City in Eging am See sind waghalsige Reiter, furchtlose Messerwerfer und virtuose Lasso-Künstler unterwegs.

In Shows tummeln sich Cowboys und Indianer, Siedler und Fallensteller, Pferde, Rinder und sogar freilaufende Bisons. Großes Theater gibt es ab und an auf der Freilicht-Tribüne: Frei nach Karl May begeistern dort Winnetou, seine Freunde und Feinde mit der Geschichte vom Schatz im Silbersee ihr Publikum.

Bogenschießen, Goldwaschen, Kutschfahrten und Ponyreiten stehen auf dem Tagesprogramm, an vielen Wochenenden gibt es Countrymusik- und Rockabilly-Festivals oder Treffen von US-Car- und Harley-Fans.

Selbst im Winter ist in Pullman City noch Betrieb. Von Mitte November bis Mitte Februar lädt ein deutsch-amerikanischer Weihnachtsmarkt zum Bummeln durch die Westernstadt ein – Lichtshows, Wild-West-Auftritte und Livemusik inklusive.

Übernachten kann man in Pullman City auch. Neben dem Hotel «La Hacienda» im mexikanischen Stil und dem Western-«Palace- Hotel» in der Main Street stehen Blockhütten und Indianer-Tipis zur Verfügung. Ein angrenzender Ferienpark und ein Campingplatz bieten weitere Übernachtungsmöglichkeiten.

Bis Mitte September hat der Park täglich geöffnet, danach variieren die Betriebszeiten.

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