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Washoku: Japan will Wertschätzung heimischer Küche steigern

Sie gilt als ein Grund für die hohe Lebenserwartung der japanischen Bevölkerung: Washoku, die japanische Küche. Doch gerade unter jüngeren Japanerinnen und Japanern ändern sich die Essgewohnheiten, Hüter der traditionellen Küche sprechen besorgt von «hakumaibanare», wörtlich einer «Abkehr vom weißen Reis». Um die eigene Bevölkerung dazu zu bringen, wieder mehr traditionelle Gerichte zu essen, hat das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei eigens eine Webseite eingerichtet, auf der mit Rezepten für die lokale Küche des Landes geworben wird. Inzwischen umfasst die Sammlung schon mehr als 1300 solcher Rezepte.

Auf diese Weise solle das Wissen über die Kultur des Washoku an zukünftige Generationen weitergegeben werden, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji am Mittwoch berichtete. «Uchi no kyodo ryori», «Unsere regionale Küche», nennt das Ministerium seine Webseite mit den Rezepten, auf die Schulen und Restaurants verweisen sollen. Die Menüs werden von einem Prüfungsausschuss in jeder Präfektur auf der Grundlage von Kriterien wie «lokal verfügbare Zutaten» und «in Haushalten und Gemeinden weitergegeben» ausgewählt.

Ein vom «Rat zur Förderung der Ernährungserziehung» formuliertes Ziel sieht vor, dass bis zum Fiskaljahr 2025/26 (1. April) die Hälfte der Bevölkerung zumindest einmal im Monat traditionelle Gerichte isst. Die Zahl lokaler Veranstaltungen, bei denen traditionelle Gerichte serviert werden, nehme jedoch ab, das Angebot werde vielfältiger. Ein besonderes Merkmal der japanischen Küche ist, dass Gewürze und Öle nur sehr sparsam verwendet werden, damit der Eigengeschmack der frischen Zutaten möglichst erhalten bleibt. Die Vereinten Nationen erklärten Washoku im Dezember 2013 zum immateriellen Weltkulturerbe.

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