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Verbraucherschutzsenatorin fordert mehr Schutz vor Tacho-Manipulation

Bislang kämpfen Hamburgs Grüne für eine Mobilitätswende, die den Autoverkehr in der Hansestadt zurückdrängen soll. Doch jetzt macht sich Verbraucherschutzsenatorin Gallina für die Autokäufer stark. Sie will sie vor einer betrügerischen Manipulation bewahren.

Hamburgs Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina (Grüne) will Autokäufer besser gegen Tachobetrug schützen. Nach Angaben ihrer Behörde haben Recherchen des ADAC ergeben, dass rund ein Drittel aller gehandelten Gebrauchtwagen – darunter auch Wohnmobile – mit manipulierten Kilometerzählerständen verkauft werden.

Stichprobenartige Untersuchungen des Automobilclubs bei Neuwagen hätten zudem gezeigt, dass die Kilometerzähler der meisten Modelle trotz vorgeschriebener Schutzeinrichtungen manipulierbar sind. Durch die Veränderung des Wegstreckenzählers wird eine geringere Laufleistung vorgetäuscht und der Wert des Fahrzeugs künstlich gesteigert.

«Trotz einer EU-Verordnung zum Schutz vor Tachobetrug werden Verbraucher:innen hier weiterhin übers Ohr gehauen», beklagte Gallina. Auf einer Konferenz der Verbraucherschutzminister, die am Mittwoch in Konstanz am Bodensee beginnt, will die Senatorin einen Beschlussvorschlag machen, mit dem die Bundesregierung zum Handeln auffordert wird.

«Die Bundesregierung muss aktiv werden und für Nachbesserungen sorgen», forderte Gallina. Die seit dem 28. Juli 2018 geltende EU-Verordnung, die die Fahrzeughersteller zum Einbau von Schutztechniken verpflichtet, müsse ergänzt werden.

Gebrauchtwagen, die aufgrund ihres Alters nicht von der EU-Verordnung erfasst sind, sollten nach Ansicht der Grünen-Senatorin mit Hilfe einer Datenbank geschützt werden. Gallina regte an, dass ein neutraler, nicht gewinnorientierter Datentreuhänder alle Kilometerstände bei Werkstattaufenthalten erfasst. Käufer eines Wagens könnten sich bei dieser Stelle nach dem korrekten Kilometerstand erkundigen.

Laut ADAC steigern die Betrüger den Wert eines Wagens im Durchschnitt um 3000 Euro, der zulasten der Käufer oder der Leasingfirma geht. Den jährlichen Gesamtschaden in Deutschland schätzt der Automobilclub auf rund sechs Milliarden Euro.

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