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Studie: Inflation frisst Riester- und Rürup-Renditen auf

Berlin (dpa/tmn) – Riester- und Rürup-Produkte sollen Verbraucherinnen und Verbraucher eigentlich beim Kapitalaufbau für den Lebensabend helfen – so die Idee. Eine Studie der gemeinnützigen Organisation Finanzwende Recherche zeigt aber, dass die meisten der Angebote diese Erwartung nicht erfüllen können. Die Rendite der Produkte liege nach Abzug der Kosten bei nicht einmal zwei Prozent und damit unterhalb des langfristigen Inflationsziels der Europäischen Währungshüter.

Bedeutet im Klartext: Die Produkte können noch nicht einmal die Kaufkraftverluste durch die Teuerung ausgleichen.

Für die Berechnungen hat das Expertenteam insgesamt 111 Riester- und Rürup-Produkte für die staatlich geförderte Altersvorsorge unter die Lupe genommen, die im Herbst 2023 angeboten wurden. Das Ergebnis: Über die gesamte Laufzeit konnten nur zwei der Rürup-Angebote eine Rendite von mindestens zwei Prozent erreichen. Unter den Riester-Angeboten schaffte es kein einziges.

Lohnenswert erst mit hoher Lebenserwartung

Schuld daran ist der Studie zufolge vor allem die hohe Lebenserwartung, die Anbieter ihren Versicherten in der Auszahlphase unterstellen. Hinzu kommen hohe Kosten in der Sparphase.

Wer also mit Riester- oder Rürup-Renten real kein Geld verlieren will, müsse sehr alt werden, so das Fazit. Bei typischen Riester-Angeboten seien es im Schnitt 99 Jahre, bei typischen Rürup-Angeboten sogar 100 Jahre.

Zwar weist das Studienteam darauf hin, dass bestehende Verträge bessere Konditionen enthalten könnten als die aktuell untersuchten. Das ändere aber nichts an der Tatsache, dass aktuelle Produkte so wenig mögliche Rendite bieten.

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