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Hochwasser- und Naturschutz Hand in Hand – Eder und Lemke an der Nahe

Nach fünf Jahren Planungs- und Bauzeit wird im nordhessischen Willingen die längste Hängebrücke Deutschlands eröffnet. Die Betreiber versprechen Abenteuer und höchste Sicherheit auf dem Bauwerk in 100 Metern Höhe.

Mehr Raum für Gewässer und Tiere sowie mehr Schutz für Menschen: Ein Beispiel von der Nahe zeigt, wie sich Hochwasser- und Naturschutz verbinden lassen. Einen bei Bretzenheim im Kreis Bad Kreuznach vor einigen Jahren erfolgten Deichrückbau und die Gestaltung der dadurch frei gewordenen Fläche schauten sich am Dienstag die Bundesumweltministerin Steffi Lemke und ihre rheinland-pfälzische Amtskollegin Katrin Eder (beide Grüne) an.

Der frühere Deich aus den 1930er-Jahren genügte laut dem Mainzer Umweltministerium nicht mehr den heutigen Anforderungen. Das rund 50 Hektar große Areal kann dafür nun wieder als Rückhalteraum für Wassermassen fungieren und gleichzeitig mit seinen Auen ein Lebensraum für Tiere sein. Ein stehendes Gewässer als Laichgebiet sowie ein Fließgewässer wurden dort angelegt. Letzteres erleichtert laut Ministerium den Fischen, ein Wehr zu überwinden. Auch könne es Lebensraum etwa für den Eisvogel oder die seltenen Fischarten Bitterling und Groppe sein.

Auen wie die bei Bretzenheim könnten klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) binden und sorgten für Kühlung, erklärte das Ministerium in Mainz. Damit sei ein Gewinn für den Menschen, das Klima und die Natur erzielt worden, betonte Lemke laut Mitteilung. Da sich das Gelände hinter dem früheren, nun zurückgebauten Deich ohnehin anhebt, musste nur an einer Seite des Areals ein kleinerer Deichabschnitt neu angelegt werden. Material aus dem Rückbau wurde für die Verstärkung eines Deichs in der Nachbargemeinde Langenlonsheim genutzt.

Eder sagte, bei allen Projekten zur Ertüchtigung von Deichen werde geprüft, ob die Deichlinie rückverlegt werden könne und eine Renaturierung von Auen möglich sei. Die Maßnahme bei Bretzenheim war Teil des Nationalen Hochwasserschutzprogramms. Mit solchen Maßnahmen werde auch zum Hochwasserschutz am Rhein beigetragen, in den die Nahe mündet, sagte Eder der Deutschen Presse-Agentur. Das Thema Hochwasserschutz gehe aber immer weiter. «Man ist nie fertig.» Nach jedem Regenereignis müsse geschaut werden, wie sich ein Gewässer Raum nimmt. «Es muss immer wieder überprüft werden, ob das reicht.»

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