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«Historischer Wert»: Wer bekommt die Aktentasche von Olaf Scholz?

Rechteckig, praktisch und nicht nur für den Kanzler gut genug: Olaf Scholz ist im Bundestag, auf Dienstreisen oder Klausuren stets in Begleitung seiner ledernen Aktentasche. Das vielfach abgelichtete Accessoire ist aber auch außerhalb des Kanzleramts heiß begehrt – sowohl das Haus der Geschichte als auch die Friedrich-Ebert-Stiftung würden das unscheinbare Stück Geschichte gerne in ihre Sammlungen aufnehmen, wie die «Süddeutsche Zeitung» in ihrer Feiertagsausgabe berichtete.

«Ich habe mit Regierungssprecher (Steffen) Hebestreit gesprochen und ihm gesagt, irgendwann würden wir gerne die Aktentasche von Olaf Scholz haben», sagte der Leiter des Hauses der Geschichte, Harald Biermann, der Zeitung. «Die Tasche ist auf vielen Bildern festgehalten, sie hat einen historischen Wert.» So gebe es auch diese «fast ikonische Szene»: Scholz läuft in Kiew über den roten Teppich, in der linken Hand die Aktentasche, mit rechts gibt er dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Hand. «Und dadurch, dass er sie schon lange benutzt hat, hat sie viele Gebrauchsspuren, was für uns immer schön ist», so Biermann über die doch etwas abgewetzte Aktentasche.

Bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung hat man auch schon ein Auge auf die Tasche geworfen. Das Archiv habe bereits ein Depositum von Scholz mit Unterlagen aus verschiedenen politischen Funktionen, sagte Archivleiterin Anja Kruke der «SZ». Man sei auch an Objekten interessiert, wenn diese eine spezifische Bedeutung hätten und etwas über die Person aussagten. «In diesem Sinne würden wir natürlich auch Olaf Scholz‘ Tasche später gerne in den Bestand aufnehmen.»

Die Zeitung schreibt, dass das Kanzleramt dem Vernehmen nach noch nicht entschieden habe, was mit der Aktentasche passiert, sollte Scholz sie ausrangieren. Nach Informationen der Zeitung hat der heutige Kanzler die Rindsledertasche schon seit rund 40 Jahren. Demnach erwarb er sie Anfang der Achtziger während seines Referendariats in Hamburg, 890 D-Mark kostete das Modell «Times 16» damals dem Hersteller zufolge.

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