Ratgeber

Der letzte Weg für Haustiere endet immer öfter im Feuer

Hainichen/Erfurt/Badbergen/Dortmund (dpa/th) – In Thüringen werden Haustiere nach ihrem Tod immer seltener in Erdgräbern bestattet. «Die Tendenz geht ganz klar Richtung Einäscherung», sagte Jürgen Herfurth vom Tierfriedhof in Hainichen (Saale-Holzland-Kreis) in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Mittlerweile würden sich seine Kunden in etwa drei Vierteln der Fälle für diesen Weg entscheiden. Auch der Tierfriedhof der Stadtwerke Erfurt bestätigte diesen Trend. Einige Unternehmen wie der überregionale Anbieter Rosengarten haben sich ganz auf die Feuerbestattung spezialisiert und bieten überhaupt keine Erdbestattungen mehr an.

Insgesamt habe sich die Nachfrage nach Tierbestattungen in den vergangenen Jahren erhöht, fasste Ivo Dierbach von den Stadtwerken Erfurt zusammen. Das liege zum einen an der zunehmenden Zahl gehaltener Haustiere, aber auch am immer höheren Stellenwert von Tieren als Begleiter im Alltag. Gerade alleinstehende junge Menschen würden sich deshalb immer öfter für die Beisetzung auf einem Tierfriedhof oder eine Einäscherung entscheiden, ergänzte Herfurth. Dementsprechend weit sei der finanzielle Rahmen, wenn es um die Wahl der Bestattungsform und der Urnen gehe: Von vergleichsweise günstigen anonymen Bestattungen auf dem Streufeld bis hin zu aufwendig gestalteten Urnen für mehrere Hundert Euro oder einer Trauerfeier mit musikalischer Umrahmung werde alles nachgefragt.

Letztlich würden aber auch praktische Erwägungen eine Rolle bei der Entscheidung für eine offizielle Bestattung spielen, so Dierbach. «Gründe sind zum Beispiel die Gewissheit, dass das Tier fachgerecht bestattet wurde oder dass man bei einem Umzug nicht weiß, ob jemand anders an der Stelle des Grabes neu baut.» Deshalb erstrecke sich der Kundenkreis nicht nur auf Stadtbewohner, sondern auch auf Menschen vom Land mit eigenem Garten.

Möglichkeiten des Erinnerns

Nach der Einäscherung gibt es mittlerweile eine ganze Palette von Zusatzangeboten, die den Besitzern eine Erinnerung an ihr verstorbenes Haustier ermöglichen sollen. Vor allem bei Schmuckstücken ist die Auswahl mittlerweile enorm: Teile der Asche können in Harz gegossen, in Edelstahl eingefasst oder in Kunstperlen eingearbeitet werden. Sogar ein künstlich gewachsener Diamant, der aus dem Kohlenstoff in Asche- oder Fellresten gezüchtet wird, ist möglich. Abhängig von der Größe des Diamanten sei das mit teils mehreren Jahren Wartezeit und Kosten von mehreren Tausend Euro verbunden, so Herfurth. Vereinzelt werde das aber durchaus nachgefragt. Ebenfalls möglich ist die Herstellung eines letzten Pfotenabdrucks des Tieres.

Mit Abstand am häufigsten ist den Befragten zufolge die Beisetzung oder Kremierung von Hunden, gefolgt von Katzen oder Kaninchen. Aber auch Frettchen, Schlangen, Schildkröten sowie Papageien seien schon beigesetzt worden. In den Krematorien von Rosengarten würden auch Pferde eingeäschert, so ein Sprecher.

Dem Bundesverband der Tierbestatter zufolge sterben in Deutschland im Schnitt jährlich etwa 1,3 Millionen Hunde und Katzen. Etwa die Hälfte davon werden auf Privatgrundstücken beerdigt. Laut Verband gibt es in Deutschland aktuell rund 160 Tierbestatter, 30 Krematorien und rund 120 Tierfriedhöfe. In Thüringen ist die Beisetzung von Haustieren auf dem eigenen Grundstück grundsätzlich möglich, wenn Vorgaben etwa zur Tiefe des Grabes oder Krankheiten eingehalten werden. Alternativen sind die professionelle Tierkörperbeseitigung oder die Beisetzung durch einen Tierbestatter.

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