DeutschlandKultur

Zwischen Ystad und Afrika

Mit Trauer ist in Schweden die Nachricht vom Tod des Autors Henning Mankell aufgenommen worden.

Stockholm (dpa) – Der TV-Darsteller des Kommissars Kurt Wallander, Schauspieler Krister Henriksson, sagte der Zeitung «Expressen»: «Ich fühle einfach eine große, unendliche Leere. Weil Henning einen großen Platz in meinem Leben einnahm. Wir waren sehr, sehr gute Freunde. Henning war ein großartiger Schriftsteller, jeder weiß das. Er war wirklich ein großartiger Mensch.»

«Henning Mankell war einer der großen schwedischen Schriftsteller, geliebt und gelesen hier zu Hause und in der ganzen Welt», teilte der Leopard Verlag mit, der seine Bücher in Schweden herausbrachte. «Durch sein Schreiben ging wie ein roter Faden die Solidarität mit den Schwachen und Verletzlichen.» Mankell hatte den Verlag den Angaben zufolge 2001 gemeinsam mit Dan Israel gegründet.

Die schwedische Krimiautorin Camilla Läckberg sagte «Expressen»: «Henning war einer meiner ersten Krimi-Idole, er hat mir den Weg gewiesen, wie vielen nachfolgenden Krimiautoren.» Der schwedische Krimiautor und Kriminologe Leif G.W. Persson sagte dem Blatt: «In der Öffentlichkeit war er ein engagierter Mensch und als Schriftsteller eine wichtige Person. Es ist klar, dass ich ihn vermisse werde.»

Kurt Wallander und Afrika
Henning Mankell schuf den legendären Kommissar Kurt Wallander aus dem südschwedischen Ystad. Dazu kamen weitere Krimis, Mankells Afrika-Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. 
Eine Auswahl:

1991: Als erster Wallander-Krimi erscheint «Mörder ohne Gesicht» (deutsch: 1993). Bis 2002 folgen zehn weitere Romane um Kurt Wallander oder dessen Tochter Linda. 2013 erscheint in Deutschland «Mord im Herbst» (2004 in den Niederlanden) über einen zuvor nur als Film bekannten Wallander-Fall.

1995: «Der Chronist der Winde» über das Leben von Straßenkindern in Maputo ist der erste in einer Reihe von Afrika-Romanen.

2005: In dem Roman «Kennedys Hirn» (deutsch 2006) prangert er den Umgang mit Aidskranken in Afrika an.

2006: Das halbdokumentarische Buch «Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt» basiert auf Mankells Gesprächen mit Aidskranken und Angehörigen in Afrika.

2008: Der Roman «Der Chinese» verbindet die Ausbeutung chinesischer Bahnarbeiter in den USA im 19. Jahrhundert mit dem Auftreten der Volksrepublik China als Wirtschaftsmacht in Afrika und einem Mehrfachmord in Schweden.

2012: «Erinnerung an einen schmutzigen Engel» beschreibt das Leben einer schwedischen Bordell-Besitzerin in Mosambik vor rund 100 Jahren.

2015: In seinem letzen Buch «Treibsand» sinniert er über sein Leben mit der Ende 2013 diagnostizierten Krebs-Erkrankung, die Angst vor dem Tod und sucht eine Antwort auf die Frage: «Was es heißt, ein Mensch zu sein».

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"