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Warnstreiks schränken Bahn- und Luftverkehr im Südwesten erneut ein

Nach der Osterpause stehen im Tarifstreit bei den Eisenbahnen wieder Warnstreiks im Fern- und Regionalverkehr an. Auch im Südwesten werden zahlreiche Züge stillstehen. Zugleich wird am Stuttgarter Flughafen den ganzen Tag gestreikt. Worauf sich Reisende einstellen müssen.

Nach einem großen Warnstreik im öffentlichen Verkehr Ende März blieb es zuletzt weitgehend ruhig – nun müssen sich Pendler und Reisende in Baden-Württemberg erneut auf weitreichende Einschränkungen einstellen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat seine Mitglieder für Freitag zu mehrstündigen Warnstreiks aufgerufen. Zudem soll es auch am Stuttgarter Flughafen zu einem Arbeitskampf kommen, dort soll keine Maschine abheben.

Was das Land erwartet:

Warnstreik 1: Regional- und Fernverkehr der Bahn

Die Bahnbeschäftigten sollen am Freitag von 3.00 bis 11.00 Uhr ihre Arbeit niederlegen. Betroffen von den bundesweiten Ausständen sind daher der Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn und anderer Eisenbahnunternehmen, die aktuell mit der Gewerkschaft über einen neuen Tarifvertrag verhandeln.

Die Deutsche Bahn kündigte daraufhin am Mittwoch an, den Fernverkehr bundesweit von 3.00 bis 13.00 Uhr einzustellen. Der Regionalverkehr falle vormittags ebenfalls weitestgehend aus, hieß es. Nach Ende des Ausstands sollen im Regional- und S-Bahnverkehr im Südwesten zeitnah wieder so viele planmäßige Verbindungen wie möglich angeboten werden. Der Fernverkehr kann demnach aber bis abends beeinträchtigt sein.

EVG-Landeschef Kurt Amberger rechnet mit ähnlichen Folgen wie beim ersten Warnstreik Ende März. «Nur ohne die Beteiligung von Verdi», sagte er. Soll heißen: Vom kommunalen Nahverkehr abgesehen wird bis Freitagmittag ein großer Teil der Züge im Land stillstehen.

Zu erheblichen Beeinträchtigungen wird es beispielsweise in Stuttgart und Karlsruhe kommen. Dort sollen die S-Bahnen nicht fahren. In der Fächerstadt werden nur die Linien S1, S11 und S12 bedient, wie die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mitteilte. Der Ausstand könnte darüber hinaus auch Folgen für Bahnunternehmen wie SWEG oder Go-Ahead haben. Sie werden zwar nicht direkt bestreikt – dafür aber viele Stellwerke im Land. Und wenn ein Signal nicht auf Grün springe, könne der Betrieb generell nicht stattfinden, sagte EVG-Landeschef Amberger.

Warnstreik 2: FlughafenStuttgart

Die Gewerkschaft Verdi rief unterdessen Beschäftigte an mehreren deutschen Flughäfen zum Arbeitskampf auf, darunter der Stuttgarter Airport. Die Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich, also unter anderem die an der Fluggastkontrolle, sollen dort in der Nacht zum Freitag ihre Arbeit niederlegen. Der Warnstreik solle in der Nacht von Freitag auf Samstag enden.

Das hat natürlich Folgen: Am Flughafen wird wegen der Warnstreiks am Freitag kein Flugzeug abheben, wie der Airport am Mittwochabend bestätigte. Ankünfte seien aber möglich, hieß es weiter. Passagiere, die am Streiktag von Stuttgart abfliegen oder die Landeshauptstadt anfliegen wollten, sollten sich bei ihrer Airline oder ihrem Reiseveranstalter informieren, teilte der Flughafen weiter mit. Eigentlich waren 223 An- und Abflüge geplant.

Auch an den Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Hamburg kündigte die Gewerkschaft Warnstreiks an. Dort sollen die Ausstände in der Regel bereits in der Nacht zum Donnerstag beginnen. Rund 100 000 Fluggäste sind nach Angaben des Flughafenverbands ADV betroffen. Der Hamburger Flughafen kündigte etwa an, dass wegen des Warnstreiks am Donnerstag und Freitag alle Abflüge gestrichen würden.

Die Hintergründe

Die Gewerkschaft EVG verhandelt gerade in zweitere Runde nach und nach mit rund 50 Eisenbahnunternehmen über neue Tarife. Sie fordert für die Beschäftigten mindestens 650 Euro mehr pro Monat oder zwölf Prozent bei den oberen Einkommen. In der kommenden Woche sollen die Gespräche auch bei der Deutschen Bahn fortgesetzt werden.

Der Hintergrund der Warnstreiks an den Flughäfen sind Verhandlungen zwischen Verdi und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) um die Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit. Zudem will die Gewerkschaft bessere Regelungen bei der Vergütung von Überstunden für Sicherheits- und Servicekräfte durchsetzen. Ein Angebot des BDLS lehnte Verdi als nicht einigungsfähig ab. Die Verhandlungen sollen am 27. und 28. April fortgesetzt werden.

Erst Ende März hatten EVG und Verdi mit einem gemeinsamen Warnstreik den öffentlichen Verkehr weitergehend lahmgelegt. Damals standen in Deutschland für nicht nur der Nah-, Regional- und Fernverkehr auf der Schiene still, sondern auch der Luft- und Wasserverkehr. Die EVG betonte am Mittwoch allerdings, dass die parallelen Warnstreiks am Freitag Zufall seien. Eine Abstimmung zwischen den Gewerkschaften habe es dieses Mal nicht gegeben.

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