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Warnstreiks in NRW gestartet: Keine Busse, Bahnen und Flüge

Viele Pendler in NRW fahren werktags normalerweise mit Bus oder Bahn zu ihrem Arbeitsplatz. An diesem Montag müssen sie auf Auto oder Rad umsteigen oder im Homeoffice bleiben. Warnstreiks der Gewerkschaften Verdi und EVG legen den Nah- und Zugverkehr in NRW weitgehend lahm.

Der Bus-, Bahn- und Flugverkehr kommt in Nordrhein-Westfalen an diesem Montag weitgehend zum Erliegen. Um Mitternacht haben umfassende Warnstreiks mehrerer Gewerkschaften im Verkehrsbereich begonnen. Der Verdi-Landesbezirk rechnet mit einer hohen Streikbeteiligung. Allein im öffentlichen Nahverkehr nähmen voraussichtlich mehr als 10 000 Beschäftigte an den Warnstreiks teil.

Viele Pendler müssen an diesem Montag auf das Auto ausweichen, wenn sie ihren weit entfernten Arbeitsplatz erreichen wollen. Deshalb wird mit Staus auf den Straßen weit über das übliche Maß hinaus gerechnet. Kinder und Jugendliche müssen trotz der umfangreichen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr an diesem Montag zur Schule kommen. Das hatte im Vorfeld der Aktionen das NRW-Schulministerium deutlich gemacht.

Betroffen ist auch der Güterverkehr in Nordrhein-Westfalen, weil die Gewerkschaften über Stellwerksstreiks die Schienenwege auch für Güterzüge lahmlegen und zusätzlich Schleusen für Güterschiffe bestreiken – etwa in Minden die Schleuse am Mittellandkanal.

Der Stillstand bei Bussen und Bahnen trifft NRW besonders hart. Das bevölkerungsreichste Bundesland ist auch ein Pendlerland. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes sind im Jahr 2019 mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen – 4,8 Millionen von 9,3 Millionen Menschen – über die Ortsgrenzen hinweg werktäglich zum Arbeitsplatz gefahren.

Bahn:

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bestreikt den Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr. Der Fernverkehr wird komplett, der Regionalverkehr größtenteils eingestellt. Notfahrpläne sind laut Bahn nicht möglich. Auswirkungen sollten bereits seit Sonntagabend und noch am Dienstag zu spüren sein. Fahrgäste, die für Montag oder Dienstag eine Bahnreise gebucht haben, können das Ticket laut Bahn bis 4. April flexibel nutzen. Sitzplatzreservierungen könnten kostenlos storniert werden.

Flughäfen:

Die deutschen Flughäfen werden von der Gewerkschaft Verdi weitgehend bestreikt. 380 000 Geschäfts- und Privatreisende müssen laut Flughafenverband ADV am Boden bleiben. Nicht betroffen sein soll der Hauptstadtflughafen BER, aber etwa der größte Airport in Frankfurt oder auch der Flughafen München, der bereits am Sonntag den Betrieb eingestellt hat. Erschwert werden nach Einschätzung der Luftverkehrswirtschaft so auch die Vorbereitungen für den Osterreiseverkehr.

Nahverkehr:

Erneut soll der Nahverkehr in all den Bundesländern bestreikt werden, die direkt an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst angebunden sind. Das sind Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Gestreikt werden soll zudem in Bayern, wo ein Tarifvertrag Nahverkehr verhandelt wird. Aus mehreren Ländern hieß es, Schülerinnen und Schüler dürften zuhause bleiben, wenn sie wegen des Warnstreiks nicht zur Schule kommen können.

Streiktag zum Start von dritter Tarifrunde:

Mit den Warnstreiks wollen Verdi und EVG den Druck in ihren gegenwärtigen Tarifrunden erhöhen. Unter angespannten Vorzeichen treffen am Montag in Potsdam Verdi und der Beamtenbund dbb erneut auf die Kommunen und den Bund. Hier beginnt die dritte Verhandlungsrunde für 2,5 Millionen Beschäftigte. Beide Seiten sind noch weit voneinander entfernt, eine Einigung in den darauffolgenden Tagen ist aber nicht ausgeschlossen.

Weitere Tarifverhandlungen:

Das Besondere an dem Streiktag ist die Verschränkung verschiedener Tarifverhandlungen. Bei der EVG stehen weitere Gespräche mit den verschiedenen Bahnunternehmen ab Mitte der Woche an. Mit der Deutschen Bahn soll erst nach Ostern weiterverhandelt werden. Bei den Flughäfen sind wegen der Kommunalbeschäftigten laut Verdi die Runde für den öffentlichen Dienstes betroffen, aber auch örtliche Verhandlungen für Bodenverkehrsdienste sowie bundesweiten Gespräche für die Luftsicherheit. Bei den Arbeitgebern stieß das koordinierte Vorgehen auf heftige Kritik – als reiner Warnstreik seien die Ausstände für die Bevölkerung so nicht mehr zu erkennen.

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