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Warnstreiks bei Bahn und Flughäfen sorgen für Beeinträchtigungen

Am Freitag fallen zwei Warnstreiks im Verkehrsbereich zusammen. Für die Menschen in NRW gehören die aber längst zur Routine. Zu einem Chaos führt der Arbeitskampf nicht - weder an den Bahnhöfen, noch auf Autobahnen oder an den Flughäfen.

Ein Bahnstreik hat am Freitag in Nordrhein-Westfalen den Verkehr auf der Schiene lahmgelegt – Gedränge an den Bahnhöfen oder lange Staus blieben aber aus. «Offenbar haben sich viele schon darauf eingestellt», sagte ein Sprecher des ADAC in NRW mit Blick auf die rund 40 Kilometer Stau, die es am Freitagmorgen landesweit auf Autobahnen gab – ein für die Zeit gewöhnlicher Wert. Gegen Mittag nahmen Länge und Zahl der Staus zwar zu, dies ist jedoch alles im üblichen Rahmen, wie der Sprecher meinte.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte im Tarifstreit zu einem bundesweiten Warnstreik im Fern- und Regionalverkehr der Bahn aufgerufen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legten vom frühen Freitagmorgen an ihre Arbeit nieder. Auf einzelnen Linien fuhren nach Angaben der Bahn Ersatzbusse.

Der Warnstreik im Regionalverkehr dauerte bis 11 Uhr, danach rollte nach Worten einer Bahnsprecherin der Nahverkehr nach und nach wieder an. Der Fernverkehr blieb bis 13 Uhr eingestellt und sollte danach schrittweise wieder in Gang kommen. Im Laufe des Nachmittags sollten rund 90 Prozent der regulär geplanten Fernzüge wieder verkehren, jedoch seien Auswirkungen des Warnstreiks noch bis in den Abend hinein zu erwarten, sagte die Sprecherin.

Es handelte sich um den zweiten bundesweiten Warnstreik im Schienenverkehr in der laufenden Tarifrunde. Die EVG verhandelt mit rund 50 Bahnunternehmen – bisher ist dabei nur wenig Bewegung erkennbar. Mit der Deutschen Bahn haben sich die Gewerkschaftsvertreter bislang in zwei Runden getroffen. Beide endeten jeweils ergebnislos nach nur wenigen Stunden. Die EVG fordert für die Beschäftigten mindestens 650 Euro mehr pro Monat oder zwölf Prozent bei den oberen Einkommen sowie eine Laufzeit von zwölf Monaten für den Tarifvertrag.

Der Bahnstreik fiel mit dem Verdi-Warnstreik des Sicherheitspersonals an vielen Flughäfen zusammen, der bereits am Donnerstag begonnen hatte. Am Freitag gab es an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn erneut viele Flugausfälle. In Düsseldorf fielen nach Angaben eines Sprechers etwa die Hälfte der geplanten Starts und Landungen aus, einige Flüge seien auf andere Flughäfen umgeleitet worden. Bei den durchgeführten Flügen habe es nur vereinzelt Verspätungen bis zu 45 Minuten gegeben.

Am Airport Köln/Bonn seien 170 der ursprünglich geplanten 211 Flüge gestrichen worden, sagte ein Sprecher. Als Folge seien die Terminals nahezu menschenleer gewesen. Die Passagiere seien vorab durch die Fluggesellschaften informiert worden.

Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Warnstreik der Beschäftigten privater Sicherheitsunternehmen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die Zuschläge für Nacht- und Sonntagsdienste möglichst bald anzuheben.

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