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Warnstreiks an Flughäfen: Hannover und Bremen stark betroffen

Am Freitag brauchen viele Flugreisende Alternativen. Der ganztägige Ausstand an mehreren deutschen Flughäfen kommt und trifft auch Hannover und Bremen hart.

Die an mehreren deutschen Flughäfen geplanten Warnstreiks führen auch in Hannover und Bremen zu erheblichen Ausfällen. Der Flughafen Hannover wird nach Angaben einer Airport-Sprecherin ab Donnerstagabend von dem Ausstand betroffen sein. Auswirkungen auf den Flugverkehr gebe es wahrscheinlich am Freitag. Für Donnerstagabend geplante Landungen seien gestrichen, Starts nicht mehr vorgesehen.

Am Freitag wird auch Hannover von den Warnstreiks betroffen sein, zu denen die Gewerkschaft Verdi an sieben deutschen Flughäfen Beschäftigte mehrerer Bereiche aufgerufen hat. Von den geplanten 33 Starts und 41 Landungen sei ein Großteil bereits gestrichen, sagte die Sprecherin. Nach Gesprächen mit Verdi sollen aber fünf Flüge in die Türkei möglich sein. Dabei gehe es darum, Hilfsgüter, Helfer und Angehörige zu befördern. Die Passagiere der anderen Flüge sollten sich an die Fluggesellschaften oder ihre Reiseanbieter wenden.

Mit den Warnstreiks fasst die Gewerkschaft mehrere parallele Tarifkonflikte im Luftverkehr zusammen. Im Vordergrund stehen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, die am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche in zweiter Runde fortgesetzt werden sollen. Verdi will die Arbeitgeber dazu bewegen, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Verdi und der Beamtenbund fordern 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

Für die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste will Verdi deutliche Gehaltssteigerungen durchsetzen. Als Blaupause könnte der Abschluss für den Berliner Flughafen gelten: mit 360 Euro monatlich mehr und einer Inflationsausgleichsprämie von 2500 Euro. Bei den Luftsicherheitskräften verweist die Gewerkschaft auf angeblich fruchtlose Verhandlungen über Zuschläge und weitere Bestimmungen im Manteltarifvertrag, nachdem sie im vergangenen Jahr hohe Gehaltssteigerungen durchgesetzt hatte. Der Arbeitgeberverband BDLS weist den Vorwurf mangelnder Kooperation zurück.

In Hannover dürften auch Kunden des größten Reiseanbieters Tui von den Folgen der Warnstreiks am Freitag stark betroffen sein. «Wir versuchen, einen Teil der Flüge von Tuifly von der Hauptbasis Hannover in Richtung Paderborn oder Braunschweig umzuplanen», hieß es am Donnerstag. «Das wird uns aber wohl nicht mit allen Flügen gelingen.» Einen erheblichen Teil der Verbindungen muss das Unternehmen wahrscheinlich ins Wochenende schieben.

Am Flughafen Bremen sollen am Freitag ebenfalls die meisten Flüge ausfallen. Mit Stand Donnerstagnachmittag rechneten nur die Fluggesellschaften Ryanair und Wizzair damit, ihre Flüge durchführen zu können. Auch der tägliche Flug von Turkish Airlines nach Istanbul sollte stattfinden.

Am Donnerstag war der Internetauftritt des Flughafens Hannover nach Unternehmensangaben von Hackern angegriffen worden. Die Internetseite sei ebenfalls von der Attacke auf verschiedene deutsche Flughäfen betroffen, sagte die Airport-Sprecherin. Die Webseite sei seit dem Morgen nicht erreichbar und werde nur hin und wieder angezeigt.

Es handelt sich der Sprecherin zufolge vermutlich um eine Attacke, bei der die Webseite in kurzer Zeit so häufig aufgerufen wird, dass sie überlastet ist. Die Probleme beschränkten sich aber auf den Internetauftritt, keine anderen Flughafensysteme seien betroffen.

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