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Verzicht auf Selbstschutz der neuen Regierungsflieger wird geprüft

Angesichts hoher Kosten und langer Einbauzeiten erwägt das Verteidigungsministerium den Verzicht auf ein Selbstschutzsystem gegen Angriffe in den neuen Regierungsfliegern vom Typ A350. Ein derartiges System sei derzeit am Markt nicht verfügbar und müsste mit hohem Kosten- und Zeitaufwand entwickelt werden, teilte das Ministerium am Montag in Berlin mit. Es zeichne sich aber ab, dass ein Einbau technisch grundsätzlich möglich wäre.

Allerdings würde dies einen dreistelligen Millionenbetrag kosten und pro Flugzeug mehrere Monate in Anspruch nehmen, was die Verfügbarkeit stark einschränken würde. Bei den Hauptnutzern der Maschinen – das sind der Bundespräsident, der Bundeskanzler und die Außenministerin – werde derzeit eine Befragung mit dem Vorschlag durchgeführt, auf eine entsprechende Ausrüstung zu verzichten. Für Flüge in Einsatz- und Risikogebiete könne stattdessen der sehr gut geschützte Militärtransporter A400 M genutzt werden.

Die Antworten würden ausgewertet und gemeinsam mit dem Inspekteur der Luftwaffe bewertet. Ziel sei es, die Verfügbarkeit der Flotte, die Interessen der Nutzer der Maschinen und den Schutz der Regierungsmitglieder bestmöglich zu berücksichtigen. Man müsse alle Belange abwägen – die Schutzbelange der Fliegenden ebenso wie die Belange des Haushaltes, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag.

Der Transporter A400 M verfügt über ein Sicherheitssystem, das Täuschkörper ausstößt, um anfliegende radargelenkte und wärmesuchende Flugkörper fernzuhalten.

Die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums hat drei Maschinen vom Typ A350 bestellt. Zwei sind bereits mit dem Bundespräsidenten, dem Kanzler und anderen Regierungsmitgliedern unterwegs. Die Maschinen sind 67 Meter lang, 960 Stundenkilometer schnell und fliegen mehr als 13 000 Meter hoch. Sie können jedes Ziel auf der Welt ohne Zwischenlandung erreichen, sind also vor allem für Langstreckenflüge gedacht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz waren damit in diesem Jahr schon jeweils in Brasilien.

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