DeutschlandDüsseldorfTipps

Verdi NRW rechnet mit hoher Streikbeteiligung am Montag

Keine Busse und Bahnen. Viele Pendler müssen an diesem Montag wegen großflächiger Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr und auf der Schiene ins Auto steigen, wenn sie ihren weit entfernt liegenden Arbeitsplatz erreichen wollen. Auch die Flughäfen werden bestreikt.

Die Gewerkschaft Verdi rechnet bei den großangelegten Warnstreiks im Verkehrssektor an diesem Montag mit einer hohen Streikbeteiligung der Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen. Allein im öffentlichen Nahverkehr nähmen voraussichtlich mehr als 10 000 Beschäftigte an den geplanten Aktionen teil, sagte ein Verdi NRW-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Von den ganztägigen Warnstreiks an diesem Montag, zu denen auch die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG aufgerufen hat, sind großflächig der Bus-, Bahn- und Flugverkehr in Nordrhein-Westfalen betroffen. Damit droht auf vielen Verkehrswegen Stillstand im einwohnerreichsten Bundesland. Viele Pendler müssen auf das Auto ausweichen, wenn sie ihren weit entfernten Arbeitsplatz erreichen wollen.

Betroffen ist auch der Güterverkehr in Nordrhein-Westfalen, weil die Gewerkschaften über Stellwerksstreiks die Schienenwege auch für Güterzüge lahmlegen und zusätzlich Schleusen für Güterschiffe bestreiken – etwa in Minden die Schleuse am Mittellandkanal.

Mit den Aktionen erhöht Verdi den Druck für die an diesem Montag beginnende dritte Verhandlungsrunde mit Bund und Kommunen. Gemeinsam mit dem Beamtenbund dbb fordert die Gewerkschaft im öffentlichen Dienst 10,5 Prozent und mindestens 500 Euro pro Monat mehr Lohn.

Gleichzeitig startet die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG, die mit der Bahn und rund 50 weiteren Eisenbahn-Unternehmen über mehr Geld verhandelt Aktionen. Die Gewerkschaft hatte ein erstes Angebot der Bahn abgelehnt. Sie fordert mindestens 650 Euro mehr Lohn.

Der Warnstreik legt die meisten Regional- und S-Bahnen im Bundesland lahm: Der größte Regionalverkehrsanbieter in NRW DB Regio stellte den Betrieb ab Mitternacht komplett ein, Konkurrenten wie National Express oder die Rhein-Ruhr-Bahn werden zwar nicht bestreikt, aber rechnen wegen der Behinderungen der Schienenwege ebenfalls mit Ausfällen. Teils haben sie Busnotverkehre eingerichtet.

Der Stillstand bei Bussen und Bahnen trifft NRW besonders hart. Das bevölkerungsreichste Bundesland ist auch ein Pendlerland. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes sind im Jahr 2019 mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen – 4,8 Millionen von 9,3 Millionen Menschen – über die Ortsgrenzen hinweg werktäglich zum Arbeitsplatz gefahren.

Trotz der großen Warnstreiks müssen Kinder und Jugendliche in NRW am Montag zur Schule. Gerade Schülerinnen und Schüler, die an einer weiterführenden Schule außerhalb ihres Stadtteiles unterrichtet werden, nutzen normalerweise Busse und Bahnen. Das Schulmininisterium hatte im Vorfeld der Warnstreiks bereits erklärt, dass am Montag Schule stattfindet. Bei vorab angekündigten Ereignissen wie einem Streik im öffentlichen Nahverkehrs bestehe die Schulpflicht auch weiterhin. Konkrete Handreichungen, wie die Schulen auf die Warnstreiks reagieren könnten, gab das Schulministerium nicht.

Wenn am Montag viele Erwerbstätige auf das Auto ausweichen müssen, befürchtet der ADAC massive Staus noch weit über das sonst gewohnte Maß hinaus. Das gelte vor allem für die A 40 zwischen Duisburg und Essen, wie ein Sprecher des ADAC Nordrhein sagte. Staus seien zudem am Kölner Autobahnring auf den Autobahnen 1, 3 und 4 zu befürchten.

In den Städten bleiben Busse und Straßenbahnen den Ankündigungen der Gewerkschaft zufolge fast durchweg in den Depots – so etwa in Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen. Nur wenige, ohnehin von privaten Subunternehmen übernommene Fahrten können stattfinden. Teils gibt es in einigen Städten weiter Nachtbusverbindungen mit langen Takten oder Schulbusverkehr etwa zwischen Schulen und Sportstätten.

Urlauber müssen mit Flugausfällen rechnen: Der Dortmunder Flughafen sagte den Flugbetrieb für Montag komplett ab. In Düsseldorf, wo am Montag 37 500 Passagieren abfliegen oder ankommen sollten, wird voraussichtlich ein Großteil der Flüge ausfallen. Ursprünglich waren rund 330 Starts und Landungen am Montag geplant. Ähnlich sieht es am Flughafen Köln/Bonn aus, wo 176 Starts und Landungen geplant waren. Davon dürften nach den Erfahrungen der vergangenen Warnstreikwellen – wenn überhaupt – nur vereinzelte Flüge an dem Airport stattfinden.

Die Flughäfen raten den Passagieren, sich vorab bei ihrer Airline oder ihrem Reiseveranstalter zu erkunden, ob ihr Flug wie geplant stattfinden kann. Um die Fluggastkontrollen zu beschleunigen wird darum gebeten, das Handgepäck bitte auf ein Minimum zu reduzieren.

Bis 24.00 Uhr am Montag soll die Warnstreiks nach den Ankündigungen von Verdi und EVG dauern. Wegen unterschiedlicher Schichten in Unternehmen können sich aber an verschiedenen Stellen – etwa an Flughäfen – teils auch in den frühen Dienstagmorgen hinziehen.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"