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Verbot von Grundschleppnetzen – Ministerin unterstützt Küstenfischer

Wegen eines geplanten Verbots der Fischerei mit bodenberührenden Netzen fürchten Fischer an der Nordseeküste das Aus ihrer Betriebe. Niedersachsens Fischereiministerin Staudte sagt nun Unterstützung zu.

In der Diskussion um das geplante Verbot der Grundschleppnetzfischerei in Meeresschutzgebieten hat Niedersachsens Fischereiministerin Miriam Staudte den Fischern an der Nordseeküste Unterstützung zugesagt. Ein pauschales Verbot der Fischerei mit bodenberührenden Netzen, wie es ein Aktionsplan der EU-Kommission vorsieht, sei keine Lösung, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag nach Gesprächen mit Fischerei-Vertretern im ostfriesischen Neuharlingersiel. «Ich habe den Eindruck, das ist ein bisschen ein Schnellschuss gewesen», sagte Staudte mit Blick auf den Plan.

Dem Plan der EU-Kommission zufolge soll die Fischerei mit Grundschleppnetzen – also Netzen, die den Meeresgrund berühren – in Schutzgebieten schrittweise bis 2030 unzulässig werden. Wenn es so käme, blieben aus Sicht der Fischer kaum noch Gebiete vor den Küsten, in denen etwa die traditionelle Krabbenfischerei betrieben werden könnte. Fischen mit Grundschleppnetzen steht in der Kritik, weil der Meeresboden durch das Fanggerät erheblich beschädigt werden kann.

Anlässlich des Treffens hatten sich vor dem Tagungsort rund 100 Fischer und teils auch ihre Familien mit schwarzen Holzkreuzen und Protestbannern versammelt. Staudte sagte, dass es angesichts des Aktionsplanes auch im Bundeslandwirtschaftsministerium eine «ganz große Skepsis» gebe und verwies auf entsprechende Gespräche mit der Staatssekretärin in Berlin, Silvia Bender. «Insofern bin ich auch guter Dinge, dass sich da noch was dran drehen wird», sagte Staudte.

Die Politikerin betonte aber auch, dass nachhaltige Fangmethoden und die Forschung dazu weiter gefördert werden sollte. «Es ist wichtig, dass wir noch mehr machen für Nachhaltigkeit in der Fischerei.» Ihre Erkenntnisse aus dem Austausch mit den Fischern will die Ministerin auch bei der Agrarministerkonferenz kommende Woche (22. bis 24. März) in Büsum vorbringen. Viele Fischer wollen dort demonstrieren.

Die Zusagen der Fischereiministerin wurden von den ostfriesischen Fischern verhalten positiv aufgenommen. «Es war sehr wichtig, dass Frau Staudte da war», sagte Gerold Conradi, zweiter Vorsitzender des Landesfischereiverbandes Weser-Ems. Die Fischer hätten der Ministerin im direkten Gespräch die Fangmethode und ihre Existenzsorgen erklären können. Der Fischer Nils Sander aus Neßmersiel machte deutlich, dass ein Aus für die Fischerei weitreichende Folgen hätte, auch für den Tourismus und die Gastronomie an der Küste, besonders aber für die vielen Familien hinter den Fischereibetrieben. «Seitdem wir wissen, was mit uns geplant ist, geht die nackte Angst um», sagte Sander.

Der Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag, Sebastian Lechner (CDU), forderte Niedersachsens Fischereiministerin zum Handeln auf. «Ministerin Staudte muss endlich handeln und sich vor unsere Fischer und ihre Familien stellen», sagte Lechner der dpa. Die Pläne der EU-Kommission bedrohten die Existenz der Fischer und hätten erhebliche Auswirkungen auf den Tourismus.

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