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Tschurkins plötzlicher Tod

Er war bekannt für seine Wortgefechte mit westlichen Diplomaten bei den Vereinten Nationen und seine Blockaden von Syrien-Resolutionen im Weltsicherheitsrat: Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin. Einen Tag vor seinem 65. Geburtstag stirbt er überraschend.

Moskau (dpa) – Der frühere Vizeaußenminister Witali Tschurkin galt als einer der profiliertesten Diplomaten Russlands. Mehr als ein Jahrzehnt war er die Stimme Moskaus bei den Vereinten Nationen in New York. In seine Dienstzeit bei den UN seit 2006 fallen zahlreiche große Krisen: der Krieg zwischen Russland und Georgien im Sommer 2008; Russlands Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim 2014; das jahrelange Ringen im Atomstreit der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran.

Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin, überraschend verstorben am 20. Februar 2017.

«Die Arbeit eines Diplomaten ist so ähnlich wie die eines Stahlarbeiters», sagte Tschurkin dem russischen Staatsfernsehen 2009 über seine Arbeit. Man könne nicht einfach weggehen, wenn ein Prozess noch nicht abgeschlossen sei. 

Dennoch verließ er 2016 in einem hitzigen Wortgefecht zum Syrien-Konflikt mit der damaligen US-Botschafterin Samantha Power aus Protest demonstrativ den Sitzungssaal des UN-Sicherheitsrates. «Es hat keinen Sinn, Botschafterin Power zuzuhören», rief er nach deren Anschuldigungen, Russland würde Sitzungen des Rates als «Effekthascherei» nutzen. In den vergangenen Jahren war er mehrfach in der Öffentlichkeit aufgefallen, weil er Russlands Blockade von UN-Resolutionen zu Syrien im Sicherheitsrat vertreten hatte.
Tschurkin 2015 zu Russlands Position zu Syrien


Quelle: Youtube.com

Auch Power hatte ihrerseits nicht mit Kritik an Tschurkin gespart. Bei einer Debatte zur Krim-Annexion sagte sie im März 2014: «Wenn man Ihnen so zuhört, könnte man die russische Armee für den verlängerten Arm des UN-Kommissars für Menschenrechte halten.»

Tschurkin wurde am 21. Februar 1952 geboren. An diesem Dienstag hätte er seinen 65. Geburtstag gefeiert. Er war verheiratet und hinterlässt eine Tochter und einen Sohn.

Der Karrierediplomat studierte – ebenso wie Außenminister Sergej Lawrow – an einer sowjetischen Kaderschmiede in Moskau und trat nach seinem Abschluss 1974 in den auswärtigen Dienst ein. Zunächst arbeitete er als Übersetzer im Ministerium in Moskau, seine erste Auslandsstelle führte ihn 1982 in die USA.

In seiner Jugend schwebte ihm auch eine andere Karriere vor: Als Junge spielte er in Filmen über Revolutionsführer Lenin mit. Doch seine Eltern drängten ihn, die Schauspielerei aufzugeben und Englisch zu lernen. «Ich habe nie bereut, eine Diplomatenkarriere gewählt zu haben», sagte Tschurkin der Zeitung «Komsomolskaja Prawda» 2014.

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