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Tourismus-Chef zu LNG auf Rügen: Bund muss mögliche Folgen abfedern

Gegner eines Rügener LNG-Terminals sehen vor allem den Tourismus bedroht. Der oberste Verbandschef der Branche fordert im Falle einer Umsetzung Hilfe vom Bund für seine Branche. Er sieht eine verhärtete Front - zwischen «Schwarz und Dunkelgrau».

Der oberste Touristiker von Mecklenburg-Vorpommern fordert vom Bund Unterstützung für seine Branche, sollte auf Rügen das geplante Terminal für Flüssigerdgas (LNG) gebaut werden. «Dann sind aus unserer Sicht die Folgen für den Tourismus sehr schnell zu evaluieren», sagte der Chef des Landestourismusverbandes Tobias Woitendorf der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundesregierung müsse helfen, mit etwaigen Auswirkungen umzugehen.

Seiner Meinung sieht es derzeit so aus, als würde der Bund die LNG-Pläne auf Rügen umsetzen. Sollten diese unabdingbar und alternativlos sein in der Annahme, es könne doch noch eine Mangellage entstehen, dann müsse das Verursacherprinzip gelten. Folgen für den Tourismus müssten dann vom Bund abgefedert werden. Aus einer wissenschaftlichen Untersuchung müssten dann Maßnahmen abgeleitet werden. Dabei gehe es möglicherweise um Geld für die Insel, aber auch Hilfe bei der Kommunikation.

«Ich glaube, dass von Rügen dann auch bald wieder andere Botschaften ausgehen müssen», sagte Woitendorf. Er sprach von einer überbordenden Berichterstattung über das Thema LNG, zeigte aber Verständnis. «Dafür leben wir in einer Demokratie und müssen das alles miteinander diskutieren.» Ab einem gewissen Punkt – nämlich wenn klar sei, was genau mit Blick auf LNG passiere – müsse es aber auch wieder andere Schwerpunkte geben.

Der Landestourismusverband sieht die LNG-Pläne und den Tourismus nicht als vereinbar an, schon gar nicht mit Blick auf das ursprünglich rund fünf Kilometer vor Sellin geplante Terminal – also als Kulisse für die Ostseebäder, wie Woitendorf sagte. Dass der Bund von diesem Plan abgerückt sei, wertete er als Teilerfolg für Rügen.

Zur Debatte um das Terminal sagte der Verbandschef: «Die Fronten sind verhärtet.» Auf der einen Seite stehe die totale Ablehnung bis hin zu rechtlichen Mitteln, die in Stellung gebracht würden. Auf der anderen Seite stünden diejenigen, die dafür plädierten, der Realität ins Auge zu sehen, nämlich der offensichtlichen Absicht des Bundes, in abgespeckter Form in Mukran ein Terminal zu bauen.

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