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Test erfolgreich: Polizei setzt auf Norderney weiter auf E-Scooter

Leise und umweltfreundlich rollen seit einem Jahr auf Norderney Polizisten mit E-Scootern testweise über die Insel. Es sind die ersten Roller bundesweit im Polizeidienst. Eine erste Bilanz ist positiv, auch wenn die Roller nicht für alle Zwecke infrage kommen.

Norderneys Polizisten sollen auch weiterhin mit E-Scootern über die Insel fahren. Ein Jahr nachdem die Polizei erstmals in Deutschland auf Norderney E-Scooter in den Dienst genommen hat, fällt die Bilanz positiv aus. «Die E-Scooter fallen auf, sobald sie zum Einsatz kommen», sagte ein Sprecher der für Norderney zuständigen Polizeidirektion Osnabrück der Deutschen Presse-Agentur. Die geräuschlosen Flitzer mit blau-gelber Polizei-Lackierung würden Bürgernähe zu Insulanern und Touristen schaffen. «Man kommt viel schneller ins Gespräch, die E-Scooter sind ein regelrechter Eisbrecher», sagte der Polizeisprecher.

Ausbauen wollen die Ordnungshüter ihre E-Scooter-Flotte trotz der guten Erfahrungen vorerst aber nicht. Aufgrund der geringen Reichweite von gerade mal 20 Kilometern seien die Roller bislang vor allem für die Dienststellen auf den Inseln attraktiv, teilte die Polizeidirektion mit. Erst sollten die weiteren Erfahrungen auf Norderney abgewartet werden. Die beiden E-Scooter waren im März vergangenen Jahres im Rahmen eines Pilotprojektes an die Inselpolizisten übergeben worden. Auf Norderney sollten die Roller für ein Jahr auf Herz und Nieren geprüft werden, hatte Polizeipräsident Michael Maßmann bei der Übergabe gesagt.

Gerade Touristen seien angetan, dass die Polizei bei ihren Einsatzfahrzeugen neue Wege teste und auf Elektromobilität setze, sagte der Polizeisprecher. Die Norderneyer Beamtinnen und Beamten nutzen die E-Scooter auch für Termine außerhalb ihrer Dienststelle, für die Präventions- und Kontaktarbeit sowie für Verkehrskontrollen. Auch die Akkuleistung und das induktive Laden ohne Stecker und Kabel sei zufriedenstellend. Die salzige Nordseeluft habe bislang zu keinem erhöhten Verschleiß geführt.

Verfolgungsfahrten gab es mit den E-Scootern laut der Polizeidirektion Osnabrück im vergangenen Jahr aber nicht – dafür sei die Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern zu lahm. Auch für Festnahmen eigneten sich die Roller wegen fehlender Transportmöglichkeiten nicht. Das sei auch schon vor dem Test bekannt gewesen, teilte die Polizei mit. «Die E-Scooter können die herkömmlichen Einsatzfahrzeuge nicht ersetzen.» Für ihren Streifendienst nutzen die Beamten daher vorrangig Autos.

Bei den Rollern fehlen zudem Blaulicht und Martinshorn – auch das ist laut der Polizeidirektion aber nicht schlimm: «Grundsätzlich sind die Fahrgeräusche als gering zu bewerten, welches aus polizeitaktischer Sicht auch vorteilhaft sein kann.» Die Aufmerksamkeit von Fußgängern und Verkehrsteilnehmern erreiche man problemlos durch Zurufen.

Auch auf anderen Ostfriesischen Inseln haben Beamte in den vergangenen Jahren schon Erfahrungen mit innovativen oder teils auch ungewöhnlichen Polizeieinsatzfahrzeugen gemacht. Auf Borkum nutzt die Polizei bereits seit 2017 ein geländegängiges Elektro-Motorrad und auf Juist wurde Ende 2019 ein E-Quad in Dienst gestellt.

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