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Schwesig zieht nach Finnlandreise positive Bilanz

Lange Zeit hat Mecklenburg-Vorpommern auf Russland als starken Wirtschaftspartner gesetzt. Seit dem Angriff auf die Ukraine ist das Geschichte. Nun müht sich Ministerpräsidentin Schwesig um den Ausbau der Beziehungen zu den anderen Ostsee-Anrainern.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat ein positives Fazit ihrer viertägigen Finnlandreise gezogen. Bei Treffen und Gesprächen in Turku und Helsinki sei es vor allem um die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder gegangen. Insbesondere in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, Energie und Ostsee-Sicherheit habe es neue Anknüpfungspunkte gegeben. «Wir hatten Gelegenheit, unser Land gut zu präsentieren. Es gab viele Gespräche zwischen finnischen und deutschen Unternehmern», sagte Schwesig, die auf der Reise von einer etwa 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet wurde.

Zum Abschluss war Schwesig am Mittwoch Gast bei der Jahrestagung der Deutsch-Finnischen Außenhandelskammer in Helsinki. Wie schon tags zuvor beim Empfang der Deutschen Botschaft sei dabei über die Vertiefung der Beziehungen gesprochen worden. «Finnland ist für uns wichtig. Das Land gehört zu den Top-Ten unserer Handelspartner», betonte Schwesig. Das nächste Treffen gebe es am 28. September, wenn Rostock Gastgeber für das deutsch-finnische Wirtschaftsforum sei. Schon Anfang Juni würden Fragen der Zusammenarbeit im Ostseeraum auch Thema der nächsten Konferenz des Ostseerats sein, der auf Einladung der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in Wismar tage.

Finnland war nach Litauen der zweite Ostsee-Anrainer, dem Schwesig binnen weniger Wochen einen Besuch abstattete. Bei den politischen Gesprächen in beiden Ländern sei auch die veränderte Sicherheitslage seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Thema gewesen. «Wir sind uns einig, dass wir im Ostseeraum enger zusammenrücken müssen», erklärte die Schweriner Regierungschefin. Anders als von der heimischen Opposition behauptet, habe sie nicht feststellen können, dass Mecklenburg-Vorpommern im Ausland wegen der lange Zeit engen, inzwischen aber abgebrochenen Kontakte zu Russland ein schlechtes Ansehen habe. «Ich habe sowohl in Litauen als auch in Finnland eine große Wertschätzung und eine große Offenheit gesehen und eine große Bereitschaft, mit Mecklenburg-Vorpommern gut zusammenzuarbeiten», sagte Schwesig.

Wie die Regierungschefin zeigte sich auch Wissenschafts- und Europaministerin Bettina Martin (SPD) mit den Ergebnissen der Reise zufrieden. «Wir haben unsere Regionalpartnerschaft mit Südwestfinnland mit neuem Leben erfüllt und unsere Netzwerke enger geknüpft», erklärte Martin, die mit in Turku und Helsinki war. Nun gelte es, neue Projekte und Kooperationen gemeinsam umzusetzen. So hätten die Universität Turku und das Joki Innovationszentrum dort großes Interesse an einer engeren Zusammenarbeit geäußert. Martin kündigte zudem an, dass der «MV Kooperationsrat demokratischer Ostseeraum», dem Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Bildung, Sport, Gesundheit und Gesellschaft angehören, am 25. Mai seine Handlungsempfehlungen an Ministerpräsidentin Schwesig übergeben werde.

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