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Schulz kritisiert Türkei

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die türkische Regierung für ihre «Reisewarnung» für Deutschland scharf kritisiert. Er sei bestürzt über diese Entwicklung, sagte er am Rande einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag in Mainz. «Die Regierung in Ankara verliert das Maß. Die Beziehungen zwischen der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland dürfen sich nicht so entwickeln, wie das offensichtlich systematisch in Ankara vorangetrieben wird», sagte Schulz. Wenn es so weitergehe, müsse man im Klartext sagen: «Deutschland ist kein Land, das jede Demütigung aus der Türkei akzeptieren kann.»

Mainz (dpa) – Das türkische Außenministerium hatte am Samstag eine «Reisewarnung» für die Bundesrepublik Deutschland ausgesprochen und in Deutschland lebende Türken und türkische Bürger, die dorthin reisen wollen, generell zur «Vorsicht» ermahnt. Insbesondere sollten sich Türken in Deutschland «nicht auf politische Debatten einlassen», «sich von Wahlkampfveranstaltungen politischer Parteien und von Plätzen fernhalten», wo Kundgebungen oder Demonstrationen stattfinden, die von «Terrororganisationen» organisiert oder unterstützt und von den deutschen Behörden geduldet werden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (2.v.r) geht am 30.08.2017 in Ankara (Türkei) am Tag des Sieges zum Mausoleum des Gründers der türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, um dort einen Kranz niederzulegen. Am 30.08., dem Tag des Sieges, feiert die Türkei den Sieg der türkischen Armee über Griechenland während der Schlacht von Dumlupinar 1922 im türkischen Befreiungskrieg. Der Befreiungskrieg führte letztlich zur Gründung der modernen türkischen Republik.

Die Türkei entferne sich in einer nicht hinnehmbaren und gefährlichen Art und Weise von allen Prinzipien der internationalen Beziehungen und von den Prinzipien Europas, sagte Schulz. Er könne nur an die türkische Regierung appellieren, diesen Weg zu stoppen und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren. Mit diesem Vorgehen beeindrucke der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Leute in Deutschland sicher nicht.

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