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Scholz mit Ehefrau zum G7-Gipfel nach Japan aufgebrochen

Nur wenige Stunden nach seiner Rückkehr vom Europarats-Gipfel in Island ist Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch zum G7-Gipfel nach Japan aufgebrochen. Es ist die erste offizielle Auslandsreise als Regierungschef, bei der er von seiner Ehefrau Britta Ernst begleitet wird. Die beiden stiegen am späten Abend am militärischen Teil des Flughafens Berlin-Brandenburg gemeinsam in den Regierungs-Flieger «Konrad Adenauer».

Scholz hatte am Dienstag und Mittwoch am ersten Gipfel des Europarats seit 18 Jahren in Reykjavik teilgenommen, bei dem es vor allem um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ging. Der Zwischenstopp in Berlin dauerte nur sechs Stunden.

Der Umgang mit der Ukraine und Russland wird auch ein wesentlicher Schwerpunkt des G7-Gipfels wirtschaftsstarker Demokratien im japanischen Hiroshima werden, an dem die Staats- und Regierungschefs von Japan, Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada teilnehmen. Daneben dürfte es unter anderem um das Verhältnis zu China, den Klimaschutz und nukleare Abrüstung gehen.

Mit Hiroshima wurde von den japanischen Gastgebern ein symbolträchtiger Veranstaltungsort für das Spitzentreffen gewählt. Am Morgen des 6. August 1945 zerstörte eine von dem US-Flugzeug «Enola Gay» abgeworfene Atombombe mit dem harmlos klingenden Namen «Little Boy» die japanische Großstadt zu 80 Prozent. Schätzungsweise mehr als 70 000 Menschen wurden auf einen Schlag getötet, Zehntausende weitere starben noch Wochen, Monate und Jahre später.

Für Britta Ernst ist es die erste Dienstreise ins Ausland, auf die sie ihren Mann seit dessen Amtsantritt vor 17 Monaten begleitet. Vorher war sie nur einmal bei einem halboffiziellen Termin dabei, dem Finale der Fußball-Europameisterschaft der Frauen im Londoner Wembley-Stadion.

Die 62-jährige Ernst wird am traditionellen Partnerprogramm der G7-Gipfel teilnehmen, das sie beim «Heim-Gipfel» im vergangenen Jahr auf dem bayerischen Schloss Elmau geleitet hatte. Unter anderem geplant sind der Besuch eines Teehauses, die Teilnahme an einem Jugendsymposium sowie der Besuch des Stadtgartens und eines Kunstmuseums.

Die SPD-Politikerin Ernst war bis vor Kurzem Bildungsministerin in Brandenburg, trat aber Mitte April zurück. Als Grund nannte sie mangelnde Unterstützung aus den eigenen Reihen für ihre Politik.

Auf dem Rückweg vom G7-Gipfel nach Berlin legen Scholz und Ernst am Sonntag noch einen kurzen Zwischenstopp in Südkorea ein, nach China, Japan und Indien die viertstärkste Volkswirtschaft in Asien. Es ist der erste rein bilaterale Besuch eines Kanzlers in dem Land seit 30 Jahren; danach war Angela Merkel 2010 nur noch einmal für einen G20-Gipfel dort. Höhepunkt neben den politischen Gesprächen: ein Besuch der entmilitarisierten Zone an der Grenze zu Nordkorea.

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