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Rettungsschwimmer in Sachsen gesucht

Die Badesaison beginnt. Doch in Sachsen werden die Rettungsschwimmer langsam knapp. Um mehr von ihnen auszubilden, fehlen vor allem die Schwimmhallen. Wie steht es um die aktuelle Saison?

Zum Start in die Freibad-Saison suchen viele Badbetreiber in Sachsen nach Rettungsschwimmern. «Die Suche nach Rettungsschwimmern gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen», sagte die Leipziger Sportbäder-Sprecherin Katja Gläß in einer dpa-Umfrage. «Auch wenn wir für diese Saison gut aufgestellt sind, haben wir speziell bei Rettungsschwimmern zur Entlastung noch Bedarf.»

Die Badesaison in Sachsen sei aber abgesichert, sagte der Vorstand der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Sachsen, Sebastian Knabe. Die Mitgliederzahl der DLRG in Sachsen ist in diesem Jahr auf rund 4300 gestiegen. «Das sind mehr als vor der Corona-Pandemie und ein neuer Rekord», sagte Knabe. Vor allem im Lausitzer Bereich könne sich die Situation dennoch bald zuspitzen, wenn mit der Schließung des Kohlebergbaus die Menschen abwandern.

Bei der DRK-Wasserwacht ist die Zahl der Rettungsschwimmer in Sachsen bei etwa 3000 stabil, wie der Pressesprecher des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen, Kai Kranich, sagte. «Allerdings nehmen die Aufgaben immer mehr zu, der Bedarf an Wasserrettungskräften wird unserer Prognose zufolge steigen.» Das hängt auch mit dem wachsenden Tourismus in den Seenlandschaften in der Oberlausitz und im Raum Leipzig zusammen. An einigen Badegewässern Sachsens unterstützten Rettungsschwimmer aus Tschechien oder Polen ihre deutschen Kollegen.

Für die Ausbildung von Rettungsschwimmern gibt es laut Kranich Wartelisten ähnlich wie bei den Schwimmkursen auch. Doch seien die Schwimmhallenzeiten für die Ausbildung noch immer «sehr begrenzt». Die Wasserwacht konkurriere mit Sportvereinen oder auch anderen Nutzern wie Sportstudenten oder Polizeidienstanwärtern, die zunehmend Bedarf an Lehrgängen anmelden.

Die hohe Arbeitsbelastung der Menschen sei möglicherweise einer der Gründe, dass sich nicht mehr Freiwillige bei der Wasserwacht engagieren, sagte Kranich. Sie verbrächten ihre freie Zeit deshalb im Sommer womöglich lieber mit anderen Dingen als mit Rettungsschwimmer-Einsätzen an Badestellen.

«Die meisten Rettungsschwimmer sind ehrenamtlich tätig. Sie müssen ihre Tätigkeit deshalb mit dem Arbeitgeber und der Familie, mit ihrer Freizeit- und Urlaubsplanung abstimmen», bestätigte Sebastian Knabe von der DLRG.

Um die Freibadsaison absichern zu können, werden in Dresden neben den Festangestellten im Sommer viele Saisonkräfte zusätzlich benötigt – auch Rettungsschwimmer. «Zwar haben wir mit großer Anstrengung die Stellen wieder besetzen können, wir würden uns aber über jede weitere Bewerbung von Rettungsschwimmern freuen», sagte der Sprecher der Dresdner Bäder GmbH, Lars Kühl.

Die Leipziger Sportbäder haben für diesen Sommer Sprecherin Gläß zufolge rund 60 Saisonkräfte als Unterstützung des Stammpersonals in den fünf Freibädern eingestellt, neben Kassenwarten und Mitarbeitern zur Anlagenpflege auch Rettungsschwimmer. «Bei ihnen wirkt sicher der Aus- und Fortbildungsrückstand durch die Coronazeit weiter nach», sagte Gläß.

In Chemnitz konnten 10 Rettungsschwimmer und 13 Servicekräfte laut Stadt für die Absicherung der Freibadsaison 2023 vertraglich gebunden werden. Es würden weitere Gespräche geführt und es liefen weiter Verfahren, um Stellen zu besetzen und Fachkräfte zu binden, hieß es. Bei den Servicekräften könne der Bedarf voraussichtlich gedeckt werden, Rettungsschwimmer würden jedoch noch gesucht.

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