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Oldenburg lädt nach Corona-Pause wieder zum «defftig Gröönkohl-Äten»

Zwei Jahre fiel das traditionelle «defftig Gröönkohl-Äten» der Stadt Oldenburg wegen der Corona-Pandemie aus - nun gibt es wieder Grünkohl satt. Neben der Bekanntgabe einer neuen Kohlmajestät, steht auch auf der Speisekarte eine Neuerung an.

Nach zwei Jahren coronabedingter Pause lädt die Stadt Oldenburg in Berlin wieder zum «Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten» in die niedersächsische Landesvertretung ein. Zu dem traditionellen Kohlschmaus erwartet die niedersächsische Grünkohlmetropole am Montagabend rund 270 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur. «Damit werden voraussichtlich alle Plätze an den Tischen besetzt sein», sagte der Gastgeber und Oldenburger Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) in einer Mitteilung. Die Stadt nutzt das Grünkohlessen seit 1956 zur Kontaktpflege.

Auf die Teller kommen nach Angaben der Stadt in diesem Jahr voraussichtlich rund 200 Kilogramm Grünkohl und rund 240 Kilogramm Pinkel, Kassler, Kochmettwurst und Speck. Die Vorfreude auf das traditionelle «Gröönkohl-Äten» sei nach so langer Pause riesig, sagte Nico Winkelmann, Chefkoch im Gasthaus Bümmersteder Krug in Oldenburg. Der Gastronom bereitet den Grünkohl für das Festessen zu.

«Was wir dieses Jahr zum ersten Mal machen, ist Grünkohl zwar klassisch kochen, aber mit Bio-Grünkohl», sagte Winkelmann. Außerdem gebe es erstmals ein Grünkohlgericht, das vegan und glutenfrei angeboten werde. Vegane Grünkohl-Gerichte kocht Winkelmann nach eigener Aussage in seinem Gasthof schon seit mindestens sechs Jahren. Nun sei auch die Stadt Oldenburg offenbar auf den Geschmack gekommen und biete diese Variante erstmals an, sagte der Koch. Nach Stadtangaben haben etwa zehn Prozent der Gäste sich für die vegane Alternative angemeldet – serviert wird der vegan zubereitete Grünkohl mit veganen Bratwürsten und Bio-Kartoffeln.

Mit der 64. Auflage des Grünkohlessen endet auch die Amtszeit der amtierenden Oldenburger Kohlkönigin, Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, – die längste, die es je gab. Die Kohlmajestät darf nach Angaben der Stadt das Oldenburger «Kohlvolk» für ein Jahr regieren, sie muss in dieser Zeit der Stadt aber auch mindestens einen Besuch abstatten. Giffey hatte das Amt beim bislang letzten «Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten» am 2. März 2020 übernommen – damals war sie noch Bundesfamilienministerin. Nachdem das Grünkohlessen wegen der Corona-Pandemie 2021 und 2022 abgesagt wurde, war die SPD-Politikerin weiter im Amt geblieben.

Als Nachfolger wird Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) gehandelt – er ist als Ehrengast eingeladen. Eine Entscheidung wird erst am Montagabend getroffen, wenn sich das sogenannte Kurfürsten-Kollegium unter dem Vorsitz des Satirikers Dietmar Wischmeyer berät.

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