EuropaTipps

Naturschützer gegen Neubau von Wasserkraftwerken – Demo an Salzach

Klimaschutz und erneuerbare Energien sind die Themen der Zukunft. Doch auch bei Wind- und Solarenergie kollidieren die Ausbaupläne gelegentlich mit dem Naturschutz. In neuen Wasserkraftwerken sehen Naturschützer eine Lösung.

Naturschützer fordern die Staatsregierung erneut auf, auf den Bau eines neuen Wasserkraftwerks an der Salzach zu verzichten. Das Kraftwerk würde Fischen schaden und den Fluss noch weiter von den anliegenden Auen abschneiden, warnt der Bund Naturschutz in Bayern (BN). Zudem würde der Rückstau zur Ablagerung von Sediment führen und damit das Flussbett als Lebensraum zerstören.

Am Samstag (11.00 Uhr) will die «Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach», der auch der BN angehört, gegen die Kraftwerkspläne demonstrieren. Statt des Neubaus fordern die Naturschützer eine zügige Renaturierung des Flusses. Dieser Forderung will die Aktionsgemeinschaft auf einer Kundgebung unter dem Motto «Für die Salzach als Naturfluss» Nachdruck verleihen.

Der BN sei nicht grundsätzlich gegen Wasserkraft, unterstrich der Verband. Man könne darüber nachdenken, bestehende Kraftwerke zu ersetzen oder zu modernisieren mit Techniken, die Fische und Flusslandschaft schonen. Den Neubau von Wasserkraftwerken lehnt der Verband aber grundsätzlich ab. Die Stromerzeugung mit Wasser ergebe auf Dauer weder ökologisch noch ökonomisch Sinn, sagt Stefan Ossyssek, Referent für Arten- und Biotopschutz.

Das Kraftwerk an der Salzach als Grenzfluss zwischen Österreich und Deutschland will laut BN die Österreichische Verbund AG mit Unterstützung der bayerischen Staatsregierung bauen. Es würde als Fließgewässerkraftwerk eine moderne Technik nutzen, die Flussbett und Fische schont. Im Endausbau würde es allerdings gerade einmal so viel Strom erzeugen wie zwei bis drei Windräder, lautet die Kritik. Die Energieerzeugung mit Windkraft und Solarenergie sei deutlich günstiger. Hinzu kämen die Folgen des Klimawandels. Bei Hochwasser wie auch bei zu wenig Wasser müssten die Kraftwerke abgeschaltet werden.

Insgesamt gibt es laut Landesamt für Umwelt in Bayern derzeit gut 4200 Wasserkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von gut 2,9 Gigawatt. Die Anlagen mit einer Leistung von mindestens 1000 Kilowatt liegen vor allem an den alpinen Donauzuflüssen Iller, Lech, Wertach, Isar und Inn sowie an der Donau und am Main.

Umweltschützer kritisierten seit Jahren Schäden durch die Wasserkraft. Vor allem Kleinwasserkraftwerke seien nicht ökologisch, heißt es. Rund 3500 Kleinstwasserkraftwerke unter 100 Kilowatt Leistung trügen nur mit 0,3 Prozent zur bayerischen Stromgewinnung bei. Jede der Anlagen unterbreche aber den natürlichen Flusslauf.

Die rund 60 größten Kraftwerke mit einer Leistung über zehn Megawatt lieferten etwa zwei Drittel des bayerischen Stroms aus Wasserkraft. Insgesamt habe die Wasserkraft an der gesamten Bruttostromerzeugung in Bayern nur einen Anteil von 14 Prozent.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"