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Naturschützer begründen Klage gegen Neubau der Kampenwandbahn

Der Bund Naturschutz hat seine Klage gegen eine Modernisierung der Kampenwandbahn nun auch schriftlich begründet und dies beim Verwaltungsgericht München eingereicht. Eine Kapazitätssteigerung auf die dreifache Menge an Personen bedeute nicht nur einen Eingriff in Schutzwälder- und Naturwaldgebiete.

Der geplante Neubau treibe «den Ausverkauf der Berge zu Gunsten von Kommerz und Remidemmi» voran, sagte BN-Landesvorsitzender Richard Mergner. Es werde mit Erlebniskabinen, Brunch-Veranstaltungen und Feierlichkeiten auf dem Berg geworben. «86 Sonderfahrten sollen hierfür erlaubt sein. Der ganze Zirkus wird sich massiv auf den sowieso schon schlechten Bestand des Birkwilds an der Kampenwand auswirken, da solche Konzepte zu einem größeren Ansturm am Berg und zu einer zusätzliche Beunruhigung in der Nacht führen.»

Es sollten nur noch Seilbahnvorhaben vom Freistaat gefördert und erlaubt werden, die nachhaltige Kriterien erfüllen, forderte Mergner. «Diese können wir in diesem Projekt nicht erkennen.» Besonders problematisch sei die geplante Errichtung der Materialseilbahn, die mitten durch Naturwaldflächen führen soll. «Insgesamt ein halber Hektar Naturwald würden hier geopfert.» Kahlschläge und Rodungen in Schutzwäldern seien nicht erlaubt. «Der Plan ist derzeit, dieses Verbot mit der Ausweisung einer Ausgleichsfläche zu umgehen.»

An dem 1669 Meter hohen Berg bei Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim) soll die bestehende Seilbahn aus den 1950er Jahren modernisiert werden. Seit Monaten gibt es Debatten um die Bahn. Das Landratsamt hatte die Modernisierung im Juni genehmigt.

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