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Maritime Wirtschaft setzt Kurs auf Erneuerbare Energien

Die maritime Wirtschaft ist nicht nur für Norddeutschland von hoher Bedeutung. Häfen und Schifffahrt spielen eine zentrale Rolle für ganz Deutschland. Ein Fokus ist die Energiewende.

Die maritime Wirtschaft in Norddeutschland erhofft sich vom eingeschlagenen Kurs der Energiewende starken Rückenwind für Wachstum und Innovation. «Energiewende, Klima- und Umweltschutz, Rohstoffversorgung – zu diesen zentralen Zukunftsfragen kann die maritime Wirtschaft wichtige Antworten geben», sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock und Vorsitzende der IHK Nord, Klaus-Jürgen Strupp, bei der Zukunftskonferenz der maritimen Wirtschaft in Rostock.

Die Rolle Norddeutschlands im Offshore-Bereich sei enorm. Darauf verwies am Donnerstag auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Derzeit gebe es für eine große Nachfrage an Konverterplattformen in Europa nur eine Werft in Cadiz in Spanien, die die Aufträge abarbeiten könne. «Wir haben in Warnemünde eigentlich den Standort, von dem alle Experten sagen, das ist der Standort, um Konverterplattformen zu bauen», so Meyer.

Seit Monaten wird über die Nutzung von Teilflächen der Marinearsenalwerft Warnemünde für den Bau von Konverterplattformen diskutiert. In der Frage deutet sich eine baldige Entscheidung an. Er rechne in den kommenden Tagen damit, so Meyer. Ähnlich hatte sich vergangene Woche auch der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Dieter Janecek (Grüne), geäußert.

Der Bund hatte die Werft nach der Insolvenz der MV-Werften- Gruppe im Sommer vorigen Jahres gekauft und zum 1. August 2022 übernommen. Das Marinearsenal setzt mit seinen rund 500 Beschäftigten dort planmäßig vier Marineschiffe im Jahr instand. Dem Vernehmen nach werden aber nur rund zwei Drittel der Fläche voll genutzt.

Mit einer Ansiedlung privater Unternehmen wäre die Hoffnung auf mehrere Hundert Arbeitsplätze verbunden. Neben dem belgischen Stahlbauunternehmen Smulders meldete auch die deutsche Neptun-Meyer-Gruppe, die am Standort Warnemünde unter anderem Flusskreuzfahrtschiffe baut, Interesse an der Nutzung dieser Flächen für den Offshore-Konverterplattformbau an. Die Entscheidung wird innerhalb der Bundesregierung getroffen.

Die 10. Konferenz mit rund 120 Teilnehmern befasste sich mit Themen wie der maritimen Energie- und Klimawende, dem maritimen Forschungsstandort Norddeutschland, der Meerestechnik als Wachstumsmarkt und den maritimen Beschäftigungsperspektiven.

Strupp betonte die nationale und internationale Bedeutung der maritimen Branche. «Wachstum und Wohlstand hängen in hohem Maße von der maritimen Wirtschaft ab. Seewege sind die Lebensadern des Welthandels. Schifffahrt und Hafenwirtschaft sind unabdingbar für die Versorgung.»

Auch vor diesem Hintergrund appellierte Wirtschaftsminister Meyer an den Bund, die jährliche Investitionshilfe für die deutschen Häfen deutlich aufzustocken. Der Betrag liege bei 38,5 Millionen Euro für alle Häfen. «Der Betrag ist seit 2006 nicht mehr erhöht worden. Das reicht nicht», sagte der SPD-Politiker.

Notwendig seien mindestens 400 Millionen Euro. Diese Forderung werde von allen fünf norddeutschen Ländern getragen. «Darum werden wir kämpfen.» Das Thema dürfte auch auf der Nationalen Maritimen Konferenz am 14. und 15. September in Bremen eine Rolle spielen.

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