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Machtkampf in Moskau – Was am Samstag in Berlin geschah

Der Hamburger Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg fällt auf. Übermächtig dominiert er das Heiligengeistfeld, lässt das Stadion von St. Pauli winzig wirken. Nun soll der graue Koloss grün werden. Gleichzeitig ist Geduld gefragt.

Der Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung sorgte am Samstag auch in Berlin für erheblichen Betrieb. Mit offiziellen Bewertungen zum Stand der Dinge hielt sich die Bundesregierung dabei auffällig zurück. Aus dem Kanzleramt und dem Außenministerium hieß es lediglich, die Lage werde genau beobachtet. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ließ sich ««laufend informieren», wie ein Regierungssprecher mitteilte. Gleiches galt für Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

Das Auswärtige Amt überarbeitete wenige Stunden nach Beginn des Aufstands – um 09.28 Uhr – seine Reise- und Sicherheitshinweise. «In Moskau sollten staatliche, insbesondere militärische Einrichtungen weiträumig umgangen werden. Das Stadtzentrum sollte bis auf Weiteres gemieden werden», hieß es dort. Generell rät das Ministerium Bundesbürgern von Reisen nach Russland ab.

Um 13.00 Uhr beriet Baerbock in einer Telefonschalte mit ihren Kollegen aus der Siebenergruppe der anderen großen westlichen Industrienationen (G7): Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien. Gegen 14.10 Uhr kam im Auswärtigen Amt ein Krisenstab zusammen. Später am Nachmittag telefonierte Scholz mit US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Rishi Sunak. Dabei bekräftigten alle nach Angaben von Regierunssprecher Steffen Hebestreit ihre Entschlossenheit, die Ukraine so lange wie nötig zu unterstützen.

Baerbock verschob einen für Sonntag geplanten Flug nach Südafrika. Angesichts der Entwicklungen in Russland will sie nun am Montag zunächst noch an einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg teilnehmen. Der Besuch in Südafrika wurde auf einen Tag verkürzt. Auf die Frage nach Sicherheitsvorkehrungen an der deutschen Botschaft in Moskau hieß es aus dem Auswärtigen Amt am Sonntag nur, man beobachte die Lage kontinuierlich. «Zu einzelnen Maßnahmen machen wir aus Sicherheitsgründen keine Angaben.»

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