Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
     
Hotelsuche in 
 

Lepel

Weißrussland, Lepel
Von Wikipedia - die freie Nachrichtenenzyklopädie   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  


"Lepel" (Weißrussisch , Russisch ) ist eine Kleinstadt in Belarus im Witebsker Woblast am Südufer des Lepeler Sees 155 km nördlich von Minsk und 115 km westlich von Wizebsk. Sie ist zugleich Verwaltungssitz (Kreisstadt) des Rajons Lepel. Durch die Stadt fließen die Flüsse Ula und Essa.

Etymologie des Namens „Lepel“
Laut einer Version stammt der Name vom Wort "Lepene" (in etwa "See im Lindenwald"). Nach einer anderen Version könnte der Name von weißruss. "лепей"/"lepej" (= "besser") herrühren, da es sich hier angeblich besser leben lässt als an jedem anderen Ort. Eine dritte Version besagt, dass der Name der Stadt von weißruss. "лепка"/"lepka" oder "ляпiць"/"ljapic’" (was soviel wie "kleben" bedeutet) stammen könnten als ein Bezug auf das in Lepel verbreitete Töpferhandwerk.

Geschichte
Zum Zeitpunkt seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1439 als Dorf und Gut Lepel gehörte die Stadt zum Großfürstentum Litauen. Von 1558–1583 existierte hier die Burg Lepel. Im Jahre 1863 erhielt die Siedlung den Status einer Stadt, die 1852 ein eigenes Wappen bekam. Damals befand sich die Siedlung noch am westlichen Ufer des Lepeler Sees (heute das Dorf Stary Lepel). 1586 gründete Leu Sapeha drei Kilometer von Lepel entfernt im Dorf Belaja die Siedlung Bely Lepel oder Nowy Lepel (heute die Stadt Lepel), wohin das Handelszentrum verlegt und ein Schloss sowie eine russisch-orthodoxe und eine katholische Kirche erbaut wurden.

Mit Unterstützung des katholischen Priester Kucharski wurde die Stadt 1439 von Michail, einem Sohn des Litauer Fürsten Sigismund Kestutaitis, gegründet und der Kirche in Wizebsk übergeben. König Sigismund der Alte bestätigte die Schenkung. Die Stadt befand sich bis zum Tode Sigismunds II. Augusts unter der Herrschaft der Jagiellonen. 1541 gehörte Lepel mit der Einverständniserklärung des Papstes der Wizebsker Kathedrale. Nach der Einnahme von Polazk durch Moskauer Truppen im Jahre 1563 übergab das Vilnius Kapitel, da es nicht imstande war, das Vermögen vor den ständigen Angriffe des Fürstentum Moskau zu schützen, Lepel der Herrschaft unter Sigismund II August unter der Bedingung, dass, wenn der König das Gut behalten möchte, er dem Kapitel ein anderes gleichwertiges übergeben müsse. Der König jedoch hielt sich nicht an die Abmachungen und übergab das Gut dem Smolensker Stadthauptmann Jury Sjanowitsch zur lebenslangen Nutzung und nach dessen Tod dem Polazker Wojewoden Mikalaj Darahastajski. Erst als König Stephan Báthory Polazk befreite, gab dieser dem Kapitel das Gut zurück. Das Kapitel jedoch konnte nur schwer das Gebiet verteidigen, und die einstigen Missverständnisse und Überfälle durch die feindlichen Truppen zwangen es letzten Endes 1586 zum Verkauf des Lepeler Territoriums an Leu Sapeha - einen der einflussreichsten Mäzenen, der mehrere Kathedralen errichtet und an mehrere Klöstern im damaligen Litauen Spenden geleistet hatte.
1609 übergab er Lepel den Wilnaer Geistlichen, den Bernhardinerinnen, die sich damals zur Michaelskirche zugehörig fühlten.

Nach der Ersten Teilung Polens und dem Anschluss von Weißrussland an Russland im Jahre 1772 verblieb Lepel in Litauen, da die Grenze direkt am Fluss Westliche Dwina verlief. Nach der zweiten polnischen Teilung fiel Lepel dann an das zaristische Russland. 1802 wurde es zur Kreisstadt. Während des Vaterländischen Krieges von 1812, wie die Kriege gegen Napoleon in Russland bzw. Weißrussland heißen, verbrannten die durch Weißrussland ziehenden Armeen die Stadt.

Obwohl das 1797 bis 1807 bei Lepel gebaute Kanalsystem Beresina 1913 seine strategische und wirtschaftliche Bedeutung verlor, blieben die Bauten und Einrichtungen erhalten. Es gab hier eine technische Schule, wo unter Leitung von Ingenieuren technisches Personal ausgebildet wurde. Von 1833 bis 1839 arbeitete der weißrussische Schriftsteller Jan Tschatschot in der Kanalverwaltung.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren von 7.000 Stadtbewohnern 4.000 Juden, die den Handel dominierten.

Seit 1924 ist Lepel Kreisstadt. 1925 wurde die Eisenbahnverbindung Orscha-Lepel eingerichtet

Verteidigung und Befreiung der Stadt während des Zweiten Weltkrieges
Im Zweiten Weltkrieg töteten die deutschen Besatzer in Lepel und Umgebung 5.229 Menschen. Nach der Zerschlagung der wichtigen sowjetischen Truppeneinheiten an der Westfront in der Kesselschlacht bei Białystok und Minsk hatten die deutschen Truppen der Heeresgruppe Mitte in ihren Operationen freie Bahn und begannen mit dem Vorrücken an die Linie der Flüsse Westliche Dwina und Dnepr. Lepel, in dessen Region sich die wesentlichen Militärlager befanden, wurde nur vom Offiziersschülerregiment der Lepeler Artillerie- und Granatwerfer-Militärschule verteidigt, die in der Siedlung Barouka stationiert war, sowie von den nach Osten abgerückten Einheiten und Grenzsoldaten. Die Verteidigung leitete Generalmajor B. Terpiloski, Kommandant der Lepeler Garnison. In den frühen Morgenstunden des 2. Juli 1941 startete die deutsche Luftwaffe den ersten Angriff auf Lepel, gegen Abend näherte sich der Stadt der Vortrupp der 7. Panzerdivision und begann mit dem Beschuss der Stadt vom Dorf Staja her.

Am 3. Juli wurde die Stadt von den deutschen Truppen eingenommen. Am nächsten Tag überschritten die Deutschen die Ula und setzten die Offensive nach Osten fort. Die Gruppe von Terpiloski nahm an der Verteidigung von Wizebsk teil, danach wurden die am Leben gebliebenen Offiziersschüler nach Barnaul geschickt, an den Standort einer neuen Rekrutenschule.

Vom 6. bis 10. Juli 1941 unternahmen die Sowjettruppen einen Vorstoß in Richtung Lepel („Lepeler Gegenschlag“), der mit einer vernichtenden Niederlage endete.

Befreit wurde die Stadt am 28. Juni 1944 im Zuge der Witebsk-Orscha-Operation durch die Truppen der 1. Baltischen und der 3. Weißrussischen Front.

Demographische Entwicklung


ImageSize = width:450 height:220
PlotArea = left:70 right:40 top:20 bottom:20
TimeAxis = orientation:vertical
AlignBars = justify
Colors =
id:gray1 value:gray(0.9)
DateFormat = yyyy
Period = from:0 till:20000
ScaleMajor = unit:year increment:2000 start:0 gridcolor:gray1
PlotData =
bar:1580 color:gray1 width:1
from:0 till:2000 width:20 text:2000 textcolor:red fontsize:8px
bar:1864 color:gray1 width:1
from:0 till:2100 width:20 text:2100 textcolor:red fontsize:8px
bar:1897 color:gray1 width:1
from:0 till:6300 width:20 text:6300 textcolor:red fontsize:8px
bar:1959 color:gray1 width:1
from:0 till:9700 width:20 text:9700 textcolor:red fontsize:8px
bar:1970 color:gray1 width:1
from:0 till:13100 width:20 text:13100 textcolor:red fontsize:8px
bar:1998 color:gray1 width:1
from:0 till:19400 width:20 text:19400 textcolor:red fontsize:8px
bar:2006 color:gray1 width:1
from:0 till:18800 width:20 text:18800 textcolor:red fontsize:8px
bar:2007 color:gray1 width:1
from:0 till:18700 width:20 text:18700 textcolor:red fontsize:8px


Kultur und Bildun
In der Stadt gibt es ein Landeskunde- und ein Handwerksmuseum sowie ein Kulturhaus. Zudem gibt es drei Mittelschulen und das Gymnasium Nr. 1, ein staatliches landwirtschaftlich-technisches College (das ehemalige Technikum für Hydromelioration), die Berufsschule Nr. 175, eine Kunstschule und eine Musikschule.

Wirtschaft und Verkehr
In Lepel sind die Holz- und Metallindustrie, die Maschinenbau- und die Nahrungsmittelindustrie u. a. ansässig. Hier tätige Unternehmen sind z. B. das Lepeler Milchkonservierungskombinat, die Lepeler Brotfabrik, die Lepeler Triebradfabrik, die Lepeler Forstwirtschaft, eine Flachsaufbereitungsfabrik sowie das Lepeler Wasserwerk.

Die Stadt hat einen Sackbahnhof und verfügt über einen Eisenbahnanschluss nach Orscha (Endstation der Eisenbahnverbindung Orscha-Lepel). Sie liegt an der M3 und ist über Fernstraßen mit Minsk, Wizebsk, Polazk und Orscha verbunden.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des nicht im touristischen Rampenlicht stehenden Ortes sind der langgestreckte See und der nahe gelegene Beresinkij Nationalpark.

Darüber hinaus gibt es hier die Kasimirkirche (katholisch), errichtet 1857-1876, und die Freitagskirche (russisch-orthodox).

Außerdem gibt es hier ein Sanatorium für Kinder, das Erholungsheim für Kinder „Zhamczyczyna“ (= Perle), das Hotel „Lepel“ und - direkt am Ufer des Sees, das Sanatorium „Lade“

Besonderheiten
Am Ufer des weitläufigen Sees unternimmt der deutsche gemeinnützige Verein Heim-statt Tschernobyl e. V. ein Siedlungsprojekt für Familien aus den verstrahlten Gebieten im Südosten Weißrusslands (Gomeler Woblast, Grenzgebiet zum ukrainischen Tschornobyl). ("siehe hierzu": Naratsch)

Während des weißrussischen Präsidentschaftswahlkampfes 2006 geriet der Ort auch international in die Schlagzeilen, als sich die dortige baptistische Gemeinde öffentlich gegen die Unterdrückung religiöser Minderheiten in Weißrussland wandte.

Söhne und Töchter der Stadt
* Wladimir Motyl (geb. 1927), Regisseur und Drehbuchautor
* K. Salenik (1811-1851), ukrainischer Schauspieler, einer der Begründer des ukrainischen realistischen Theaters

* Jan Tschatchot (1796-1847), Dichter, Folklorist und Ethnograph


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 14.05.2021 09:40 von den Wikipedia-Autoren.
Überblick
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Kathedrale der Heiligen Jungfrau MariaKlimadiagramm von MinskGeoklima 2.1"Minsk" () ist die Hauptstadt der Republik Weißrussland (Belarus) und mit 1,83 Millionen Einwohnern die größte Stadt dieses Landes. Sie liegt an der Swislatsch, einem
"Homel" (weißrussisch /"Homel", russisch /"Gomel") ist mit ca. 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Weißrussland. Sie ist der administrive Sitz des Woblast Homel und des Rajon Homel.GeografieHomel liegt im Südosten der Republik
Mogilew 1941Die Wehrmacht bewacht Menschen mit Judensternen beim Einsatz zur Zwangsarbeit, Aufnahme der Propagandakompanie vom Juli 1941"Mahiljou" (weißrussisch /"Mahilëŭ"; russisch /"Mogiljow", ältere deutsche Transkription "Mogilew") ist eine
Wizebsk (poln. "Witebsk") ist eine Stadt im Norden Weißrusslands nahe den Grenzen zu Russland und Lettland mit 353.300 Einwohnern (Stand 1. Januar 2004). Wizebsk hat einen Flusshafen an der Dwina, ist Industriestadt (Maschinenbau,
Hrodna (weißruss - "Hrodna"; russ - "Grodno", lt - "Gardinas", de - "Garten"; älter weißruss. Горадня/"Horadnja" oder Гародня/"Harodnja"; jiddisch
"Babrujsk" (weißrussisch , russisch /"Bobruisk") ist eine Stadt in Weißrussland an der Bjaresina mit 220.823 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2004) im Woblast Mahiljou.Wirtschaft und VerkehrDie Stadt ist heute ein wichtiger Industriestandort
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Streit und Probleme bieten viele Erbfälle - chaotisch aber kann es werden, wenn der Erblasser im Ausland lebte oder Vermögen in anderen Ländern besaß. Eine neue EU-Verordnung, die das Europäische Parlament gerade verabschiedet hat, soll das
Besonders wohl scheint sich Fredrik Reinfeldt beim bevorstehenden Rendezvous mit dem Volk nicht zu fühlen. Während die Parteijugend der Moderaten auf der Bühne einen merkwürdig unkoordinierten Freudentanz aufführt, seine Begleiter zu rockigen
Annamari Thorell sieht abgekämpft aus. Dennoch strahlt die Organisatorin von Almedalen. Um 7 Uhr in der Früh geht’s bei der Almedalsvickan jeden Tag los und dann rund bis 22 Uhr. Sie nimmt sich dennoch die Zeit, um auch die deutsche Presse mit
Gesperrter Bewerber klagt vor Oberstem Verwaltungsgericht Prag - Die Wahlkommission des Prager Innenministeriums hat drei prominenten Bewerbern die Zulassung zur Präsidentschaftswahl entzogen. Betroffen sind die EU-Gegnerin Jana
Auf dem Balkan wird wieder gezündelt. Ulrike Lunacek, Europaparlamentarierin aus Österreich, äußert sich im eol-Interview zu den aktuellen Konflikten in Kosovo. Das heutige Bosnien ist ein Produkt verschiedener internationaler Akteure wie UN
Eineinhalb Jahre nach Auffliegen der Terrorgruppe NSU hat am Montag der Prozess um die beispiellose Verbrechensserie der Neonazis begonnen. Hauptangeklagte in dem mit Spannung erwarteten Verfahren vor dem Münchner Oberlandesgericht ist die
Wetter

Minsk


(14.05.2021 09:40)

-9 / -4 °C


15.05.2021
-7 / -4 °C
16.05.2021
-14 / -6 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Leben auf Malta ...
Bestätigung: Deutsche ...

Urlaubsplanung nach Co ...
...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum