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«Kurs auf den Norden»: Maritim-Koordinator auf Antrittsreise

Die maritime Wirtschaft steht vor großen Aufgaben. Ob Schiffbau, Schifffahrt, Logistik - die Themen Digitalisierung, Klimawandel und Energiekrise setzen vielen Unternehmen zu. Vom neuen Maritim-Koordinator erwarten sie Unterstützung.

Vier Bundesländer und vier Hansestädte in vier Tagen: Der neue Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, Dieter Janecek, hat sich für diese Woche viel vorgenommen. In seiner neuen Funktion will der Grünen-Bundestagsabgeordnete vor allem die Themen Klima und Offshore-Windenergie betonen. «Mit Blick auf die maritime Wirtschaft sind es vor allem innovative Lösungen zur Dekarbonisierung der Seeschifffahrt, die wir vorantreiben müssen», hatte er Mitte Januar zum Amtsantritt gesagt.

Am Montag kommt er nun zum Auftakt seiner Antrittsreise in Norddeutschland zunächst nach Rostock. Es folgen am Dienstag Lübeck, am Mittwoch Hamburg, zum Abschluss am Donnerstag Bremen. Im Nordosten wird er von Landeswirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) begrüßt. «Die gesamte maritime Wirtschaft, also auch in Bezug auf Schifffahrt, Häfen, Energieversorgung und vieles mehr, hat nach wie vor eine sehr große Bedeutung als ein wesentlicher industrieller Kern der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern», verdeutlichte Meyer.

In MV erwirtschafteten vor der Corona-Pandemie in der maritimen Industrie rund 500 Unternehmen mit etwa 13 700 Beschäftigten einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Hinzu kamen laut IHK-Branchenbarometer die maritimen Zulieferer und Dienstleister einschließlich der Meeres- und Offshore-Technik mit etwa 400 Unternehmen und rund 8000 Arbeitsplätzen.

Janecek sieht in der maritimen Wirtschaft «einen wichtigen Player und Akteur» für den Aufbau von Produktionskapazitäten für den Offshore-Windausbau. Und der soll und muss deutlich forciert werden, wenn die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung erreicht werden sollen.

Die Industriegewerkschaft Metall warb auch deshalb erneut für die Ansiedlung von Betrieben zum Bau von Konverterplattformen für die Offshore-Windkraft, Spezialschiffen und die Umrüstung der Schifffahrt auf klimafreundliche Antriebe. Das belgische Unternehmen Smulders signalisiert seit Monaten Interesse, auf einem Teilgelände der vom Bund für die Marine erworbenen Warnow Werft in Warnemünde Konverterplattformen zu bauen. Die Sache liegt beim Verteidigungsministerium zur Entscheidung.

Er hoffe, dass der neue Maritime Koordinator mit guten Nachrichten nach Rostock komme, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich. «Wir brauchen endlich eine positive Entscheidung, damit hunderte Arbeitsplätze mit Tarif in einer Zukunftsbranche entstehen können.»

Janecek ist Nachfolger von Claudia Müller (Grüne), die im November 2022 erfolglos zur Oberbürgermeisterwahl in Rostock antrat und kürzlich als Parlamentarische Staatssekretärin in das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wechselte. In Rostock wird Janecek eine Rundfahrt durch den Überseehafen machen, an einem Symposium zum Thema «Maritimes Zukunftskonzept» teilnehmen und die Neptun Werft und das Maritime Simulationszentrum Warnemünde besuchen.

In Lübeck steht am Dienstag ein Besuch der Lübecker Hafengesellschaft und die Besichtigung des Terminalgeländes auf dem Programm. Im Hamburg sind am Mittwoch Gespräche mit Senator Anjes Tjarks (Grüne) und dem Chef der HADAG Seetouristik und Fährdienst AG geplant. In Bremen fährt Janecek unter anderem zum Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

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