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Karneval der Freiheit – Rios Sambagruppen tanzen wieder

Der berühmte Karneval von Rio kehrt mit voller Kraft zurück. Die Musikgruppen stellen seit jeher eine Alternative zu den Umzügen im Sambodrom dar. Nach einer Corona-Pause geht es nun wieder los.

Der Karneval von Rio ist mit all seinen Facetten zurück. Nach zwei coronabedingten Absagen sollen beim weltweit berühmten Straßenkarneval in der Metropole am Zuckerhut wieder Hunderte sogenannte «Blocos» – das sind Samba- und andere Musikgruppen – durch die Straßen Rio de Janeiros ziehen. «Es ist unglaublich. Die Vorfreude der Leute ist riesig», sagte die Karnevalsanhängerin Samara Curi der Deutschen Presse-Agentur in der brasilianischen Millionenstadt. Die Party hat bereits begonnen.

Seit einer Art inoffizieller Eröffnung des diesjährigen Karnevals Anfang Januar sind schon Dutzende «Blocos» vor allem im Zentrum, aber auch in anderen Gegenden Rios unterwegs. Zehntausende «Cariocas», wie die Einwohner Rio de Janeiros heißen, und Touristen stimmten sich etwa am vergangenen Wochenende mit Musikern und Tänzern in verschiedenen Stadtteilen auf den Karneval ein. Auf der Südhalbkugel ist derzeit Hochsommer.

«Zum Glück konnten die ‘Blocos‘ zurückkehren», sagte Samara Curi. «Ich finde es großartig, auch weil die Pandemie für mich ein privater Kerker war.» Am Freitag beginnen die weltberühmten Umzüge im Sambodrom mit den Schulen der Aufstiegsklasse. Zehntausende auf der Tribüne sowie Millionen vor dem Fernseher in Brasilien und auf der ganzen Welt verfolgen für gewöhnlich die Umzüge im Sambodrom.

Der Karneval von Rio ist die größte Party der Welt, die Tourismus-Agentur Riotur erwartet bis zu 5,5 Millionen Karnevalsfans in der Stadt. Den Straßenkarneval hatte Bürgermeister Eduardo Paes wegen der Pandemie in den vergangenen Jahren abgesagt. Nur die Umzüge im Sambadrom fanden nach einer Verschiebung im April 2022 statt.

Rio de Janeiro lebt und atmet Karneval. Der Samba ist die Seele der Millionenmetropole. Nach einem Bericht des Portals «Carnavalesco» bringt das Spektakel der Stadt Einnahmen von umgerechnet rund 620 Millionen Euro. Umso mehr hatte Rio unter der Zwangspause gelitten. Im vergangenen Jahr hatte es aber wieder Auftritte im Sambodrom gegeben – allerdings nicht im Februar, sondern im April. Die Bewohner der Stadt und die Mitglieder von Sambaschulen waren froh, als es endlich losging. Und die «Blocos» haben seit jeher einen parallelen Karneval zu den streng reglementierten Umzügen im Sambodrom gebildet.

Bei den «Blocos» steht in diesem Jahr das Thema «Wiederkehr der Demokratie» im Mittelpunkt. Das ist eine Anspielung auf den Wahlsieg des Linkspolitikers Luiz Inácio Lula da Silva im Oktober gegen den rechten damaligen Präsidenten Jair Bolsonaro. Aber auch auf die Freiheit der «Blocos». «Die Straße gehört dem Volk, das ist ein Volksfest», sagte Vívian Labanca beim Auftritt der Gruppe «Simpatia quase Amor». 445 Umzüge von «Blocos» genehmigte die Stadtverwaltung in dieser Saison. Dazu gehören etwa Nachbarschaftsgruppen, die in ihrem Viertel auftreten, aber auch Mega-«Blocos» wie von Superstar Anitta, die im Zentrum Rios mehr als 100 000 Karnevalsfans anziehen.

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