DeutschlandSport

James bombt Cafeteros weiter

Sie sind eine der großen Überraschungen des bisherigen WM-Turniers: Die Kolumbianer sind das beste Team der eigenen WM-Geschichte. Und der 22-jährige James Rodriguez stellt schon jetzt den verletzten Stürmerstar Radamel Falcao in den Schatten. Ganz anders die Stimmung bei Uruguay: Wut auf die Fifa und auf den Rest der Welt. Trainer Oscar Tabarez versucht seine Himmelblauen auf Rache für den bissigen Liverpooler einzuschwören.

Kolumbiens James Rodriguez mit seinem Tor des Turniers zum 1:0 gegen Uruguay.
Kolumbiens Trainer Jose Pekerman.

Suárez nach seiner Beißattacke gegen Italiens Giorgio Chiellini vom Weltverband FIFA für neun Pflicht-Länderspiele und für vier Monate von allen Fußball-Aktivitäten gesperrt, ist dennoch sehr präsent: Die Fans der „Urus“ haben sich mit Suarez-Masken ausgestattet – aber in der Überzahl dennoch die 60.000 mitgereisten Fans der gelben „Cafeteros“.

Nach der B-Elf, jetzt frische A-Kolumbianer
Kolumbien-Trainer José Pekerman hatte gegen Japan nur eine B-Elf auflaufen lassen. Jetzt dürfte eine erholte A-Elf auflaufen, ergänzt durch Porto-Stürmer Jackson Martinez für den angeschlagenen Victor Ibarbo. Uruguays Coach Oscar Tabarez stellt auf 4-4-2 um, und gibt Altstar Diego Forlan eine Chance als Suarez-Ersatz. Für Nicolas Lodeiro kommt Maximiliano Pereira ins Spiel. 18 mal hatte bisher Uruguay im direkten Vergleich die Nase vorne, elfmal Kolumbien.

Gelbe Dominanz von Beginn an, Uruguay geht sofort hart zur Sache. Juan Cuadrado über rechts zeigt, warum er auch vom FC Bayern umworben wird (2.). Kolumbien macht in den ersten 20 Minuten das Spiel, Uruguay stellt sich dicht gestaffelt um den eigenen Sechzehner auf. Wie man den Riegel knackt, führt der Jungstar vor: James Rodriguez holt sich einen hohen Ball am Strafraum mit der Brust herunter, dreht sich um die Achse und knallt das Leder aus der Luft unter die Latte – Uru-Keeper Muslera reißt verdutzt die Hände hoch, aber die Kugel springt von der Unterlatte in den Kasten, verdientes 1:0 (28.).

Hahnenkämpfe der Senioren
Kolumbien kontrolliert das Spiel, die Blauen machen nur durch Hahnenkämpfe auf sich aufmerksam: Kuipers schlichtet zwischen Kolumbiens-Abwehrchef Yepes (38) und Uruguays 35-jährigen Forlan (37.). Bis zum Halbzeitpfiff bringt Uruguay nichts mehr zustande (46.).

Der niederländische Schiedsrichter Bjorn Kuipers maßregelt im Achtefinale zwischen Kolumbien und Uruguay im Estadio do Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro die beiden Kempen Forlán und Zapata.

Zur Halbzeit deutet alles auf ein Weiterkommen der Gelben: 65 Prozent Ballbesitz, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe – die „Cafeteros“ schwören sich im Kreis auf die zweite Halbzeit ein.

James entscheidet das Duell
Kolumbien braucht nur vier Minuten, um wieder auf volle Touren zu kommen: Armero flankt auf Cuadrado, der von der Grundlinie clever für James am Fünfer ablegt und der schiebt überlegt ein: Mit seinem fünften Treffer geht der kolumbianische Ronaldo auch in der Torschützenwertung in Führung (49.).

Uruguay muss jetzt reagieren, Tabarez versucht’s mit einem Doppelwechsel: Forlan muss weichen, Cristian Stuani, der wenigstens schon mit einem Assist glänzen konnte, versucht sein Glück. Und Gaston Ramirez soll für mehr Dampf nach vorne produzieren (53.).
Urus Aufbäumen bleibt ohne Lohn

Celeste zeigen fußballerische Ansätze
Immerhin, die „Celeste“ beginnen jetzt mit dem Fußballspielen. Warum so spät, werden sie wohl den Medien zu Hause erklären müssen. Ospina muss erstmals einen strammen Schuss von Rodriguez abwehren (65.). Kolumbiens Abwehr jetzt mal etwas unter Druck, die Gelben warten tief hinten ab. Und Pekerman nimmt auch noch seinen Stürmer Gutierrez raus, um seine Abwehr mit Mejia zu stärken (70.).

Uruguays Egidio Arevalo hat gerade seinen Gegenspieler umgewuchtet.

Absurdes Theater am Rande: Armero steht mit Krampf an der Außenlinie. Ramirez rennt den Kolumbianer aus Frust um. Gelb gibt’s aber für Diego Lugano auf der Bank, der ironisch geklatscht hatte. Kuipers übersieht die Tätlichkeit, Ramirez geht straffrei aus (78.).

Wiederholung der WM-Schmach bleibt aus
Schlussspurt der Hellblauen: Cavani mit Flachschuss in die Ecke, Ospina reagiert hervorragend (84.). Zweimal konnte Uruguay bereits bei den bisherigen drei Weltmeisterschaften in Südamerika gewinnen – ein drittes Mal kommt nicht dazu. Brasilien kann aufatmen: Die schmerzhafteste Niederlage der Gastgeber im WM-Finale 1950 wird sich nicht wiederholen.

Ob es aber gegen Kolumbiens einfacher wird, muss sich erst noch rausstellen: Bei der ersten Viertelfinal-Teilnahme werden die Gelben gegen die Gelben sicher nicht die weiße Fahne schwenken: Im Achtelfinale 1990 scheiterten die Cafeteros mit 1:2 nach Verlängerung an Kamerun.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"