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Hunderte Flugausfälle wegen Warnstreiks an größten NRW-Airports

Der Betrieb an den beiden größten Airports in NRW ist durch Warnstreiks am Freitag stark eingeschränkt worden. Die Flughäfen rieten Passagieren, sich vor der Anfahrt bei Airlines und Reiseveranstaltern über den Status ihrer Verbindungen zu erkundigen.

Wegen ganztägiger Warnstreiks fallen an den beiden größten Airports in Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf und Köln/Bonn, an diesem Freitag insgesamt Hunderte Flüge aus. Die Gewerkschaft Verdi rief Beschäftigte der Fluggastkontrolle, der Personal-, Waren- und Frachtkontrolle sowie des öffentlichen Dienstes zu Arbeitsniederlegungen auf.

In Köln/Bonn sind nach Unternehmensangaben fast alle Passagierflüge gestrichen worden. Von den ursprünglich geplanten 148 Starts und Landungen könnten 144 nicht stattfinden, sagte ein Sprecher am Freitagmorgen. In Düsseldorf fielen zwei Drittel der Flüge aus. Hier kamen 264 von 391 geplanten Starts und Landungen nicht zustande, wie ein Sprecher erklärte.

Die Airports rieten Passagieren, sich vor der Anreise bei ihrer Fluggesellschaft oder ihrem Reiseveranstalter nach dem Status ihrer Verbindung zu erkundigen. Zuvor hatte auch Verdi angekündigt, Fluggäste müssten am Freitag an den beiden Airports mit Verspätungen, längeren Wartezeiten sowie Ausfällen rechnen.

Nach Angaben des Flughafenverbands ADV sind in Düsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart sowie Karlsruhe/Baden-Baden über 76 000 Passagiere von den Warnstreiks betroffen. Die Airlines hätten insgesamt rund 580 Verbindungen gestrichen. «Die Dauer und der Umfang des Streiks sind unverhältnismäßig und sprengen die Dimensionen eines Warnstreiks. Gegenwärtig erleben wir eine große Rücksichtslosigkeit», meinte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn hatten bereits am 27. Februar eintägige Warnstreiks erhebliche Einschränkungen gebracht. Durch die Arbeitsniederlegungen fielen Hunderte Flüge aus.

Verdi steht nach eigenen Angaben seit Jahren mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen in Verhandlungen, um die Zeitzuschläge für Nacht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit zu erhöhen. Zudem solle eine bessere tarifliche Regelung zur Entlohnung von Überstunden für die Sicherheits- und Servicekräfte an Verkehrsflughäfen erreicht werden.

Die Zuschläge seien seit 2006 nicht mehr verbessert worden, seit 2013 werde über eine Erhöhung verhandelt. Die Arbeitsbedingungen müssten aber attraktiver werden, damit genügend Menschen bereit seien, diese Tätigkeit zu leisten, betonte Verdi. Nur so müssten Fluggäste keine lange Warteschlangen hinnehmen und verlören keine Zeit bei der Reise.

«Wir haben eine gute Beteiligung, die Stimmung ist entschlossen», sagte der Verdi-Sprecher am Freitag. Am Flughafen Köln/Bonn habe der Warnstreik bereits am Donnerstagabend um 22.00 Uhr begonnen, in Düsseldorf legten die Beschäftigten ihre Arbeit dann in der Nacht um 3.00 Uhr nieder. Laut der Gewerkschaft sind allein in Düsseldorf rund 500 Beschäftigte im Ausstand. «Aufgrund der Warnstreiks gibt es heute keinen regulären Passagierflugverkehr am Flughafen Köln/Bonn», teilte der dortige Airport mit. Der Warnstreik werde bis Mitternacht und in Teilbereichen sogar bis Samstagmorgen um 7.00 Uhr dauern.

In den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes geht es um die Angestellten beim Bund und bei den Kommunen. Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit ungefähr 2,5 Millionen Beschäftigten 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Bei der zweiten Verhandlungsrunde hatte es trotz eines Arbeitgeberangebots noch keine Annäherung zwischen den Tarifparteien gegeben. Die dritte Runde ist für Ende März angesetzt.

Verdi organisiert Warnstreiks in vielen Bereichen von Verwaltungen über Nahverkehrsbetriebe bis hin zu kommunalen Kitas und Kliniken, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Gewerkschaftschef Frank Werneke wird am Dienstag zu einer Kundgebung in Köln erwartet.

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