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Humor als Trumpf gegen Extreme

Aufstehen und ohne Angst weitermachen: Vor dieser Herausforderung steht der schwedische Künstler Lars Vilks nach den Terroranschlägen von Kopenhagen im Februar nicht zum ersten Mal.

Kopenhagen (dpa) – Er soll das Ziel des ersten Angriffs auf ein Café gewesen sein, in dem er mit ein paar Dutzend anderen über das Thema Meinungsfreiheit diskutierte. Wegen einer Karikatur, die einen Mohammed-Kopf auf einem Hund zeigt, und die Vilks 2007 zeichnete. Genau einen Monat nach dem Anschlag ist der 68-Jährige nach Kopenhagen zurückgekehrt, um den dänischen Sappho-Preis für Meinungsfreiheit entgegenzunehmen.

Der schwedische Künstler Lars Vilks nach seiner Dankesrede für den “Preis für Pressefreiheit”, der ihm in Kopenhagen, Dänemark, am 14. März 2015 verliehen wurde.

Seit seinen umstrittenen Zeichnungen ist Vilks mehrfach Ziel von Extremisten geworden. Das Terrornetzwerk Al-Kaida setzte 2007 ein Kopfgeld auf ihn aus. 2010 warfen zwei Männer Benzinflaschen durch ein Fenster in sein Haus, während einer Vorlesung an der Uni Uppsala wurde er von einem Zuschauer angegriffen und leicht verletzt. Anfang 2014 wurde die zum Islam konvertierte Colleen LaRose alias «Dschihad Jane» in den USA zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil sie mit Islamisten ein Mordkomplott gegen Vilks geplant hatte.

Beeindrucken lässt der Künstler sich von der ständigen Bedrohung nicht. «Ich denke, dass vernünftige Leute verstehen werden, dass es ein Desaster wäre, jetzt einen Schritt zurückzutreten und vorsichtiger zu werden», sagte Vilks der «Süddeutschen Zeitung» nach den Anschlägen in Kopenhagen, nach denen er sein Zuhause in der Kommune Höganäs zunächst aus Sicherheitsgründen verlassen musste.

Sein stärkster Trumpf gegen Extremisten: Humor. «Ich denke, dass der Humor eine mächtige Waffe ist, die immer überlebt und die Antwort auf viele Fragen im Leben ist», sagte er der italienischen Zeitung «La Repubblica» im Februar. Seine umstrittenen Zeichnungen habe er nie bereut, erklärte er in einem anderen Interview: «Ich bin zufrieden, dass ich sie gemacht habe, dass man über Freiheit spricht.»

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