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Hoffen auf Sonne und Personal – Anfang Mai kaum Freibäder offen

Die Freibadsaison wird in NRW in vielen Kommunen erst in einigen Wochen eröffnet. Oft fehlen Bademeisterinnen und Bademeister.

Temperaturen von teils deutlich unter 20 Grad machen wenig Lust auf Köpper vom Beckenrand und Pommes auf der Liegewiese. So lassen sich viele Bäder in NRW Anfang Mai noch Zeit damit, die Freibadsaison 2023 zu eröffnen. Mitunter ist aber nicht nur das Badewetter schuld: Viele Bäder tun sich weiter schwer damit, Bademeisterinnen und Bademeister zu finden.

Das Personal ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) in dieser Saison das entscheidendere Engpassproblem als die Situation auf den Energiemärkten, die sich entspannt habe. Vielerorts würden Öffnungszeiten angepasst oder Hallenbäder geschlossen, um mit dem verfügbaren Personal auszukommen.

«Seit Corona ist es deutlich schwieriger geworden, Rettungsschwimmer als Aushilfskräfte in der Freibadsaison zu gewinnen», sagt Stefan Schumann, Leiter der Paderbäder in Paderborn. Der Bedarf sei in der Pandemie angesichts der geschlossenen Bäder schlagartig weggefallen und jetzt wieder angestiegen – leider seien einige abgewandert. Neben den angestellten Fachkräften sind in Bädern vor allem Aushilfskräfte gefragt, die sich zum Beispiel neben dem Studium etwas dazuverdienen. Viele haben sich während der Pandemie aber einen krisensicheren Job gesucht. Schumann sagt: Zwar sei die Personalsituation sehr angespannt und es gebe vereinzelt Engpässe, früher zusperren müsse man in Paderborn aber noch nicht. Im Gegenteil: Ein Teil des Bads hat sogar schon seit Anfang April für Hartgesottenere geöffnet, Anfang Mai folgen nun auch die anderen Becken.

«Wir werden die Eröffnung soweit möglich etwas hinauszögern», sagt dagegen Jörg Husemann, Geschäftsführer der Sportwelt Dortmund, die unter anderem die vier größeren Freibäder in der Stadt betreibt. Bei den derzeitigen Kosten werde man das Wasser nicht heizen, eine Eröffnung mache noch keinen Sinn. Dazu kommen die Personalprobleme: Zwar sei die Zahl der Azubis schon von drei auf neun erhöht worden, in diesem Jahr werden aber die Hallenbäder in den Sommerferien wohl zugemacht, in den Freibädern womöglich Öffnungszeiten gekürzt.

Am 1. Mai öffnet zum traditionellen Start der Freibadsaison auch das Grugabad in Essen. Die beiden anderen Bäder in der Stadt folgen aber erst später. «Die Öffnung erfolgt, sobald es die personellen Kapazitäten zulassen», heißt es von der Stadt. Man arbeite unter Hochdruck an der weiteren Personalgewinnung.

Den KölnBädern halfen bei der Personalsuche eigenen Angaben zufolge mehrere «Speed-Dating»-Runden mit Schwimmbegeisterten, die aber noch nicht das nötige silberne Rettungsschwimmabzeichen vorweisen konnten. Der Deal: Die Teilnehmer wurden in einem Crash-Kurs fit für die Prüfung gemacht, dafür durften sie kostenlos trainieren. Das habe die Bäder in die glückliche Lage versetzt, die gut 60 Saisonkräfte wohl zusammenzukriegen, sagt eine Sprecherin der KölnBäder. Kürzere Freibad-Öffnungszeiten gibt es deswegen in Köln wohl nicht. Wie in den Vorjahren werden aber kleinere Hallenbäder im Sommer zugemacht.

In Düsseldorf ist das Allwetterbad Flingern ab 6. Mai geöffnet, die anderen Bäder folgen später im Mai. In Köln plant man die Freibadsaison ab Mitte Mai. Die meisten Bäder in NRW wollen in diesem Zeitraum oder noch später eröffnen. Ein genauer Termin steht oft nicht fest, die Eröffnung wird üblicherweise vom Wetter abhängig gemacht. Mitte Mai wird etwa in Büren oder im Familienbad Nattenberg in Lüdenscheid angepeilt. Das Langenfelder Freibad soll gegen Ende Mai oder Anfang Juni aufmachen, in Jülich ist der 1. Juni geplant. Die Bädergesellschaft DGfdB rechnet mit einer «komprimierten Freibadsaison»: Längerfristige Wetterprognosen ließen 2023 ein besonders starkes Besucherverhalten im Juni und Juli erwarten.

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