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Giffey tauft Lufthansa-«Dreamliner» auf den Namen «Berlin»

Mit einer Berliner Weissen mit Schuss wird ein Flugzeug der Lufthansa auf den Namen «Berlin» getauft. Ausgerechnet in der Hauptstadt wird die Boeing später nicht mehr landen.

Seit Montag trägt eine Maschine der Lufthansa wieder den Namen «Berlin». Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) taufte die erste Boeing 787-9 in der Lufthansa-Flotte am Flughafen Berlin-Brandenburg auf den Namen der Bundeshauptstadt. Sie wies auf die Rolle Berlins als Touristenmagnet hin und forderte Lufthansa auf, mehr Langstreckenflüge aus der Hauptstadt anzubieten. «Wir haben hier noch Luft nach oben am BER.» Der Lufthansa-Konzern fliegt bislang Langstrecken von seinen Drehkreuzen Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel.

Vorstandschef Carsten Spohr erinnerte an die erste «Berlin» der Lufthansa, die 1960 von dem damaligen Bürgermeister Willy Brandt getauft wurde. Er sei froh, dass der Konzern wieder Marktführer in der Hauptstadt sei. «Andere kommen und gehen, wir bleiben», sagte er mit einem Seitenhieb auf die irische Ryanair, die in der vergangenen Woche Angebotskürzungen bekanntgegeben hat. Das Flugzeug stehe für eine gemeinsame ökonomische Erfolgsgeschichte, erklärte US-Botschafterin Amy Goodmann. Aktuell handelt es sich um die siebte «Berlin» der Lufthansa.

Spohr machte den Berlinern im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur wenig Hoffnung auf zusätzliche Langstreckenverbindungen. Um ein Flugzeug wie die Boeing mit rund 300 Plätzen zu füllen, brauche es rund 30 Zulieferflüge an ein Drehkreuz. «Ein drittes Drehkreuz wird es in Deutschland nicht geben. Dafür ist das Land letztlich zu klein.»

Laut Lufthansa verbraucht die 787 rund 2,5 Liter Kerosin pro Passagier auf 100 Kilometer Flugstrecke. Der Langstreckenjet sei damit bis zu 30 Prozent effektiver als das Vorgängermodell. Die Boeing 787 hat einen sehr leichten, mit Kohlenstofffasern verstärkten Kunststoff-Rumpf mit besonders großen Fenstern, die elektronisch gedimmt werden können.

Bei der «Berlin» handelt sich um das erste Flugzeug dieses Typs in der Lufthansa-Flotte. Es verfügt noch nicht über die angekündigte neue Lufthansa-Kabinenausstattung vom Typ Allegris mit neuen Sitzen und besonders abgeschirmten Business-Abteilen. Um schneller beliefert zu werden, hatte Lufthansa fünf Boeing-Lieferverträge der chinesischen Airline Hainan übernommen, die in der Corona-Krise abgesprungen war. Boeing hatte seit 2016 keine Passagiermaschine mehr an Lufthansa ausgeliefert. Die Kabine wurde in den vergangenen Wochen an den Lufthansa-Stil angepasst.

Insgesamt will Lufthansa 32 der sogenannten «Dreamliner» kaufen. Intern wird überlegt, die Jets mit der Hainan-Kabine einschließlich der «Berlin» nach einigen Jahren an andere Konzern-Airlines weiterzureichen. Der Taufname «Berlin» würde dann ein weiteres Mal an ein neues Lufthansa-Flugzeug weitergereicht. Der Langstreckenjet soll zunächst ab Mittwoch auf der Strecke Frankfurt-München eingesetzt werden, um die Crews unter anderem bei Starts und Landungen zu trainieren. Ab 1. Dezember wird das Flugzeug dann voraussichtlich auf der Strecke Frankfurt-New York pendeln.

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