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Gegen Koffer-Chaos und Warteschlangen – Airport setzt auf Technik

Diesmal soll es deutlich besser laufen. Nach Kofferchaos und Tausenden vom Warten genervten Passagieren im vergangenen Sommer soll es am Hamburger Flughafen dieses Jahr weitgehend stressfrei in die Ferien gehen. Helfen sollen technische Neuerungen.

Nach dem Kofferchaos und schier endlosen Schlangen an den Sicherheitsschleusen im vergangenen Sommer soll es am Hamburger Flughafen in diesem Jahr deutlich besser laufen. «Das heißt auch, dass wir das eine oder andere etwas anders machen müssen als in der Vergangenheit», sagte Flughafenchef Michael Eggenschwiler am Dienstag in Hamburg. Gemeinsames Ziel sei, wieder auf ein Qualitätsniveau zu kommen, «wie es die Passagiere letztendlich erwarten dürfen». Insgesamt rechnet Deutschlands fünftgrößter Flughafen in diesem Jahr mit rund 13,8 Millionen Passagieren. Das entspreche rund 80 Prozent des Vor-Corona-Niveaus von 2019.

In den Hamburger Frühjahrsferien vom 6. bis 17. März erwartet Eggenschwiler etwa 210 000 Passagieren in der Woche. Das entspreche bei 1700 Starts und Landungen. Während der Osterferien gehe er von etwa 270 000 Passagieren und 1900 Starts und Landungen in der Woche aus. Spitzenwerte mit bis zu 350 000 Passagieren in der Woche und damit etwa 85 Prozent der Vor-Corona-Zeit erwarte man während der Sommerferien. «Wir rechnen in diesem Sommer mit einer stärkeren Nachfrage als im letzten Sommer», sagte Eggenschwiler.

Die Airlines hätten ihre Angebote erweitert, inzwischen gebe es von Hamburg aus 119 Flugstrecken. Außerdem kämen größere Maschinen zum Einsatz. Bislang entsprach die Durchschnittsgröße der Flugzeuge einem Airbus A319 mit etwa 150 Sitzplätzen. In diesem Sommer seien nun die A320 und A321 mit 180 bis 220 Plätzen der durchschnittliche Flugzeugtyp. «Da kommt dann ein Schub, der nicht zwingend mehr Bewegung bringt, der aber pro Einzelereignis mehr Leute bringt.»

Für den Flughafen hat das Folgen, sei es beim Check-in, bei den Sicherheitskontrollen oder beim Gepäck. Um dort nicht wieder Probleme zu bekommen, setzt der Airport auf mehr technische Lösungen. So beteiligten sich inzwischen elf Fluggesellschaften an den Gepäckautomaten, so dass rund zwei Drittel aller Passagiere ihre Koffer an den rund 30 Automaten selbst aufgeben könnten. «Das vereinfacht vieles», sagte Eggenschwiler. Gleiches gelte für den automatisierten Check-in.

Voraussichtlich von Ende März, Anfang April an sollen Passagiere 72 Stunden vor Abflug über das Internet kostenlos einen festen 15-Minuten-Slot für die Sicherheitskontrolle buchen können, um lange Wartezeiten an den Schleusen zu vermeiden. «Das wird dann eine gesonderte Spur sein für die reservierten Slots», sagte Eggenschwiler. Neben den bereits bestehenden Echtzeitanzeigen bei den Wartezeiten soll es zudem im Netz eine Stoßzeitenanzeige geben, wo die jeweiligen Spitzenzeiten des Tages angezeigt werden.

Das ist laut Eggenschwiler auch eine Reaktion auf das vergangene Jahr, in dem Fluggäste teils so früh zum Flughafen gekommen seien, dass sie mit Passagiere früherer Flüge in der Schlange standen und der Gesamtbetrieb so aufgehalten wurde. Bei der Sicherheitskontrolle will der Airport zudem sogenannte CT-Scanner einsetzen, bei denen Passagiere ihre Laptops und Flüssigkeiten nicht mehr aus ihren Taschen kramen und in Wannen lege müssen. «Wir sind technisch dazu bereit», sagte Eggenschwiler. Entscheiden müsse dies jedoch die Bundespolizei. An anderen Airports gebe es diese Geräte jedoch schon.

Die großen Probleme im vergangenen Jahr beim sogenannten Rush-Gepäck seien inzwischen behoben. Die Gepäckberge seien abgearbeitet, der Betrieb laufe wieder normal, sagte der Flughafen-Chef. Es habe mit den Airlines viele Gespräche gegeben. Die Fluggesellschaften seien dabei, die Prozesse zu hinterfragen und mit ihren Dienstleistern zu organisieren, dass stets genügend Personal vorhanden sei. «Das ist auch erkannt worden, das kann ich Ihnen sagen», betonte Eggenschwiler.

Im vergangenen Sommer stapelten sich einerseits teils rund 1000 Koffer, Taschen und Kinderwagen im Terminal Tango, andererseits mussten Passagiere teils Wochen auf ihr Gepäck warten. Beim sogenannten Rush-Gepäck handelt es sich um Koffer, die nicht zeitgleich mit Flugreisenden in Hamburg ankamen, sondern mit einem anderen Flug hinterhergeschickt wurden. Verantwortlich für das Gepäck sind die Fluggesellschaften selbst.

Um der Personalnot Herr zu werden, werde der Flughafen auch in diesem Jahr im Ausland, etwa in der Türkei, nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern suchen. Vor allem in der Gepäckabfertigung sei die Not groß. Derzeit gebe es dort bis zu 800 Beschäftigte, weitere 100 würden gesucht. Beim ebenfalls knappen Reinigungspersonal soll in einem Pilotprojekt moderne Technik helfen. «Wir kriegen Franzi», sagte Eggenschwiler. Das sei ein Reinigungsroboter, der die großen Flächen in den Abflughallen reinigen soll.

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