DeutschlandHamburgTipps

Die meisten Stadtrad-Nutzer radeln gratis durch Hamburg

Warum sind die roten Stadträder in Hamburg so beliebt? Ein Grund dürfte das Preissystem sein. Wer das Leihsystem auf eine bestimmte Weise nutzt, radelt praktisch immer gratis.

Nur wenige Nutzer des Hamburger Fahrrad-Leihsystems «Stadtrad» zahlen für ihre Radfahrten durch die Hansestadt. Rund 91 Prozent der Ausleihvorgänge seien in diesem Jahr bis zum Stichtag 10. Juni unter 30 Minuten und damit kostenlos gewesen, teilte der Senat auf eine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Richard Seelmaecker mit. Nach dem Normaltarif kosten die roten Leihräder in der ersten halben Stunde nichts, dann zehn Cent pro Minute. Inhaber einer Bahncard oder eines Abonnements vom Hamburger Verkehrsverbund (HVV) zahlen acht Cent.

An den 302 Leihstationen stehen 3700 Fahrräder. Wer länger als 30 Minuten gratis radeln will, kann meist problemlos vor Ablauf der Frist das Fahrrad an einer der Leihstationen zurückgeben und eine neue Buchung beginnen.

Die CDU-Fraktion hatte Ende vergangenen Jahres gefordert, die gebührenfreie Zeit beim Stadtrad auf 60 Minuten zu verlängern. Dieser Antrag hatte aber nur die Unterstützung der Linken gefunden.

Das Leihsystem erfreut sich großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurden die roten Räder mehr als 1,5 Millionen Mal gebucht, in diesem Jahr bis zum Stichtag 10. Juni bereits 750 000 Mal. Nutzer müssen sich über eine Handy-App anmelden und im Normaltarif eine Jahresgebühr von fünf Euro bezahlen, die allerdings als Fahrtguthaben angerechnet wird. Im sogenannten Light-Tarif entfällt die Jahresgebühr, es gibt aber auch keine Freiminuten.

Nach Angaben des Betreibers DB Connect haben sich 237 000 Menschen als Nutzer registriert. 69 Prozent von ihnen haben sich in diesem Jahr bis einschließlich Mai mindestens einmal ein Fahrrad gebucht. Mitte Juni hatte Verkehrssenator Anjes Tjarks eine Senkung des Tagespreises von 15 auf 9 Euro bekanntgegeben. Wer für die Mindereinnahmen aufkommt und was die Stadt Hamburg jährlich für das Leihsystem ausgibt, will die Behörde des Grünen-Politikers aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht nennen.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"