Deutschland

Die Entstehung einer Affäre

Jan Böhmermanns Gedicht über den türkischen Präsidenten hat hohe Wellen geschlagen. Was bisher geschah, lesen Sie hier im Überblick:

Berlin (dpa) – 31. März: Der Satiriker beleidigt in seiner ZDF-Sendung «Neo Magazin Royale» Recep Tayyip Erdogan mit Formulierungen unter der Gürtellinie. Er wolle damit den Unterschied zwischen erlaubter und verbotener Satire zeigen.

Jan Böhmermann in seiner Show «Neo Magazin Royale» (undatierte Aufnahme).

1. April: Das ZDF gibt bekannt, dass der Beitrag aus der Mediathek gelöscht und nicht wie vorgesehen wiederholt wird.

3. April: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert Böhmermanns Gedicht in einem Telefonat mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu als «bewusst verletzend».

10. April: Es wird bekannt, dass die Türkei in einer Verbalnote an das Auswärtige Amt eine Bestrafung von Böhmermann verlangt.

15. April: Die Bundesregierung gibt den Weg für ein Strafverfahren gegen Böhmermann wegen Beleidigung des türkischen Staatschefs frei.

16. April: Böhmermann kündigt «eine kleine Fernsehpause» an.

22. April: Die Bundeskanzlerin bezeichnet ihre Äußerung, Böhmermanns Gedicht sei «bewusst verletzend», als Fehler. Dadurch sei der Eindruck entstanden, dass ihre persönliche Bewertung etwas zähle.

25. April: Böhmermann kündigt das Ende der Radiosendung «sanft & sorgfältig» auf Radioeins an. Mit dem zwischenzeitlich ausgesetzten «Neo Magazin Royale» soll es am 12. Mai weitergehen.

26. April: Die Mainzer Staatsanwaltschaft plant eine Anhörung von Böhmermann.

3. Mai: Böhmermann kritisiert in der «Zeit» Angela Merkel: «Die Bundeskanzlerin darf nicht wackeln, wenn es um die Meinungsfreiheit geht.» Erdogan nennt er einen «nervenkranken Despoten».

4. Mai: Im «Neo Magazin Royale» am 12. Mai soll es keine Witze von Böhmermann selbst geben: «Ich weiß nicht, was ich noch sagen darf. Kommt da die Polizei?» Stattdessen soll die Sendung mit Zuschauer-Witzen bestritten werden, kündigt der Satiriker an.

9. Mai: Nach Aussage von Erdogans Medienanwalt will der türkische Staatschef per einstweiliger Verfügung gegen Springer-Chef Mathias Döpfner vorgehen. Döpfner hatte geschrieben, er mache sich Böhmermanns Formulierungen «in jeder juristischen Form zu eigen».

10. Mai: Das Landgericht Köln weist die von Erdogan beantragte einstweilige Verfügung gegen Döpfner zurück. Dessen Äußerungen seien durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt.

11. Mai: Erdogan werde gegen den Springer-Vorstandsvorsitzenden in die nächste Instanz gehen und sofortige Beschwerde beim Oberlandesgericht Köln einlegen, kündigte dessen Anwalt an.

12. Mai: Nach fünf Wochen Sendepause moderiert Böhmermann wieder seine Sendung «Neo Magazin Royale».


Quelle: Youtube.com

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"