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Der Brexit und der Goldpreis

Am 23. Juni stimmte eine knappe Mehrheit der Briten überraschenderweise dafür, die EU zu verlassen. Der sogenannte Brexit schickte eine Schockwelle durch den Finanzmarkt. Der Wechselkurs für das Pfund sank innerhalb von kürzester Zeit von 1,50 Dollar auf weniger als 1,33 Dollar ab. Selbst einige Wochen später ist noch immer nicht sicher, wie es nun im Vereinigten Königreich weitergehen soll und wann genau der offizielle Austritt, laut Artikel 50 des EU-Vertrages, bekannt gegeben wird.

In Zeiten von politischen und wirtschaftlichen Unruhen wollen nur wenige Menschen mit ihrem Geld spekulieren. Stattdessen investieren immer mehr Groß-Investoren, Unternehmen und private Anleger in Alternativen wie Gold. Welche Auswirkungen der Brexit auf den Goldpreis hat, zeigen wir Ihnen hier.

Der Brexit steht fest: Was macht der Goldpreis?
Sobald deutlich wurde, dass die Briten die EU verlassen möchten, erlebte Gold ein Kursplus von über 5% und stieg auf über 1.300 Dollar an. Somit erreichte Gold seinen Höchstwert seit über zwei Jahren. Doch viele Experten sehen den plötzlichen Anstieg als das Ergebnis von Panikkäufen, da der britische EU-Ausstieg für viele überraschend kam. Geopolitische Ereignisse wie der Brexit wirken sich oftmals auf den Preis von Gold aus, denn in diesen Zeiten investieren viele Menschen besonders gerne in das Edelmetall. Das liegt daran, dass physisches Gold den Ruf hat, ein sicherer Hafen für Anleger zu sein. Anders ist es bei Aktien, deren Wert stark von den Schwankungen der Finanzmärkte beeinflusst wird. Doch Gold behält laut IG selbst in turbulenten Zeiten einen vergleichsweise stabilen Wert bei.

Zinstief: kaum noch Zinsen
Nach dem Brexit-Entscheid suchen viele Anleger nach mehr Sicherheit. In wirtschaftlich turbulenten Zeiten wie dem Brexit vergeben Banken kaum noch Zinsen. Zinsen sind jedoch die Einnahmequelle für Menschen, die in Aktien investieren. Wenn es also kaum noch Zinsen gibt, dann lohnt sich auch die Investition in Aktien und Wertpapiere nicht mehr. Stattdessen wird in diesen Zeiten lieber in physisches Gold investiert. Dafür bekommt man zwar keine Zinsen, doch man ist mehr vor den starken Schwankungen der Devisenmärkte geschützt. In zinsarmen Zeiten steigt der Goldpreis also oftmals an.

Die Zukunft des Goldpreises
Solange die wirtschaftliche und politische Lage in Großbritannien weiterhin so ungewiss bleibt, wird auch der Preis von Gold hoch bleiben. Hinzukommen auch noch, dass die USNotenbank Fed sich davor scheut, die Zinsen zu erhöhen, und dass europäische Zentralbanken eine großzügige Geldpolitik betreiben. Das alles sorgt dafür, dass Anleger ihr Geld lieber in Gold investieren.

Gold ist wieder auf dem Vormarsch. Seit vielen Jahrtausenden übt das Edelmetall eine große Faszination auf die Menschen aus und hat deshalb auch in Zeiten, in denen OnlineBanking und virtuelle Währung mit zur Norm gehören, noch immer einen festen Platz in der Wirtschaft. Wenn es kriselt, dann interessieren sich Anleger immer wieder besonders für das wertvolle Metall.

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