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Demonstrationen in Frankreich

Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben in Frankreich aus Protest gegen die Regierungspolitik gestreikt und damit auch den Flugverkehr beeinträchtigt. Die Gewerkschaft CGT sprach am Dienstag von 400 000 Teilnehmern an Demonstrationen im ganzen Land - es hätten aber noch deutlich mehr Menschen gestreikt, ohne auf die Straße zu gehen, sagte eine Sprecherin. Das Innenministerium berichtete am Abend hingegen von 209 000 Demonstranten. Für Paris sprach die CGT von 45 000 Menschen, während die Polizei 26 000 Teilnehmer meldete.

Paris (dpa) – Wegen streikender Fluglotsen rechnete die Fluggesellschaft Air France mit dem Ausfall von etwa 25 Prozent ihrer Kurz- und Mittelstreckenflüge. Auch Verbindungen deutscher Airlines nach Frankreich wurden gestrichen. Neben der Flugsicherung waren etwa auch Schulen, Krankenhäuser und Verwaltungen von den Arbeitsniederlegungen betroffen. Nach Angaben des Bildungsministeriums folgten rund 17,5 Prozent der Lehrer dem Streikaufruf von neun Gewerkschaften.

Ein Demonstrant kniet am 10.10.2017 in Paris (Frankreich) bei einem Protest gegen die Arbeitsmarktreform von Frankreichs Präsident Macron, um sich vor Tränengas zu schützen. Zu dem gemeinsamen Streiktag haben erstmals seit zehn Jahren alle neun im öffentlichen Dienst vertretenen Gewerkschaften aufgerufen. An den Protesten beteiligen sich unter anderem Lehrer, Krankenhauspersonal und Polizisten. Es soll landesweit rund 130 Demonstrationen geben.

Präsident Emmanuel Macron will in den kommenden Jahren unter anderem 120 000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Unmut gibt es auch über die Ankündigung der Regierung, die Gehälter vorerst einzufrieren. Man folge seit Jahren der gleichen Sparlogik, kritisierte der Chef der Gewerkschaft Force Ouvrière, Jean-Claude Mailly, in Lyon. «Im öffentlichen Dienst in Frankreich knarzt es.» Dort arbeiten in Frankreich rund 5,4 Millionen Menschen.

In den vergangenen Wochen hatte es in Frankreich schon mehrfach Proteste gegen Reformvorhaben Macrons und der Regierung gegeben, vor allem gegen eine Arbeitsmarktreform.

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