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Das Herz der Bretagne

Zwei Flüsse durchfließen dieses Zweistromland zwischen dem Forêt de Paimpont im Westen und dem Château des Rochers-Sévigné im Osten, zwischen der Pointe du Grouin im Norden und Redon im Süden – und Schwupps, schon hat der Ministerialbeamte der französischen Revolution den Namen für das Département: Ille et Villaine, da wurde nicht lang gefackelt. Dabei gäbe es Sehenswürdigkeiten von Rang und Namen, die man hier hätte zu Rate ziehen können, allein, allen hätte man es auch nicht Recht machen können, vielleicht war es besser so.

Die Kirche Notre-Dame in Vitré.

• Atlantikküste: Die Landzunge bei der Pointe du Grouin ist typisch für die bretonische Felsenküste mit Heide und Küstengräsern bewachsen. Nach schweren Schädigungen wird der wachsende Besucherstrom heute über angelegte Wege geführt, die auch die Bunkeranlagen der deutschen Wehrmacht mit Besucherzentrum sowie den alten Leuchtturm von 1861 zum Ziel haben. Wenige Kilometer südlich dieses Nordzipfels befindet sich in Cancale das Austernzentrum der Region. Westliches Highlight sind die großen Saints mit St-Malo an der Spitze und östlich thront unerreicht und einsam St-Michel auf dem Mont im Meer.

Forêt de Paimpont ist ein sagenhafter Wald mit dem zweiten Namen Brocéliande.

• Der Forêt de Paimpont im mittleren Westen des Départements ist ein kärglicher Rest des Urwaldes, der einst die ganze Bretagne bedeckt hatte. Der keltischen Sage zufolge war dieser von den Galliern Forêt de Brocéliande genannte Urwald ein Zentrum der Artussage. Im wiederaufgebauten Château de Comper soll die Fee Viviane gehaust haben – das Centre de l’Imaginaire Arthurien organisert hier passende Ausstellungen und Wanderungen, die im Dorf Paimpont starten. Der Ort entstand um eine Abtei aus dem 7. Jahrhundert, von der noch die Kirche aus dem 13. Jahrhundert erhalten ist.

An der Ostgrenze wartet das poetische Städtchen Fougères – an jeder Ecke findet man ein literarisches Zitat – mit der größten Wehranlage Europas auf: So viel war den Bretonen die Unabhängigkeit wert. Nicht ganz so groß, aber auch nicht ohne ist das Schloss in Vitré (2010 mit Baustelle davor), zudem erfreuen einige Bilderbuch-Fachwerkgassen den Besucher.

In Redon, an der Südspitze des Départements, befindet sich die bedeutendste Abtei der Bretagne – mit der Benediktinerkirche St-Saveur samt dem alleinstehenden romanischen Glockenturm.

Alle Wege aber führen nach Rennes, ins Zentrum zur Verwaltungshauptstadt, die trotz eines verheerenden Brandes im 18. Jahrhundert noch viel von ihrem mittelalterlichen Fachwerk-Gassen-Charme erhalten konnte.

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