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Bor

Türkei, Bor
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.
| Elektronenkonfiguration= [He] 2s2 2p1
| ElektronenProEnergieNiveau= 2, 3
| Austrittsarbeit=4,45 eVLudwig Bergmann, Clemens Schaefer, Rainer Kassing: "Lehrbuch der Experimentalphysik, Band 6: Festkörper". 2. Auflage, Walter de Gruyter, 2005, ISBN 978-3-110-17485-4, S. 361.
| Ionisierungsenergie_1= 800,6
| Ionisierungsenergie_2= 2427,1
| Ionisierungsenergie_3= 3659,7

| Aggregatzustand= fest
| Magnetismus=
| Modifikationen=
| Kristallstruktur= rhomboedrisch
| Dichte= 2,460 g/cm3
| RefTempDichte_K=
| Mohshärte= 9,3
| Schmelzpunkt_K= 2349
| Schmelzpunkt_C= 2076
| Siedepunkt_K= 4200
| Siedepunkt_C= 3927
| MolaresVolumen= 4,39 · 10−6
| Verdampfungswärme= 507
| Schmelzwärme= 50
| Dampfdruck=
| RefTempDampfdruck_K=
| Schallgeschwindigkeit= 16.200
| RefTempSchallgeschwindigkeit_K= 293,15
| SpezifischeWärmekapazität= 1260
| ElektrischeLeitfähigkeit = 1,0 · 10−4
| Wärmeleitfähigkeit = 27

| Oxidationszustände= 3
| Oxide= B2O3
| Basizität= leicht sauer
| Normalpotential=
| Elektronegativität= 2,04
| Quelle GefStKz =
| Gefahrensymbole =
| R =
| S =
| Radioaktiv =

| Isotope=






| NMREigenschaften=

}}
"Bor" ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol B und der Ordnungszahl 5. Das dreiwertige, seltene Halbmetall kommt angereichert in einigen abbauwürdigen Lagerstätten vor.

Bor existiert in mehreren Modifikationen. Amorphes Bor ist ein braunes Pulver. Vom kristallinen Bor sind mehrere allotrope Modifikationen bekannt.

Geschichte
Borverbindungen (von persisch "burah" über arabisch "Buraq" und (griech. βοραχου bzw. lat. "borax" „borsaures Natron“, „Borax“) sind seit Jahrtausenden bekannt. Im alten Ägypten nutzte man zur Mumifikation das Mineral Natron, das neben anderen Verbindungen auch Borate enthält. Seit dem 4. Jahrhundert wird Boraxglas im Kaiserreich China verwendet. Borverbindungen wurden im antiken Rom zur Glasherstellung verwendet.

Erst 1808 stellten Joseph Louis Gay-Lussac und Louis Jacques Thenard Bor durch Reduktion mit Kalium und zeitgleich unabhängig hiervon später Sir Humphry Davy durch Elektrolyse von Borsäure her. 1824 erkannte Jöns Jacob Berzelius den elementaren Charakter des Stoffes. Die Darstellung von reinem kristallisiertem Bor gelang dem amerikanischen Chemiker W. Weintraub im Jahre 1909.

Vorkommen
Bor kommt in der Natur nur in sauerstoffhaltigen Verbindungen vor. Große Lagerstätten befinden sich in der Türkei, den USA (Mojave-Wüste) und Argentinien. Staßfurter Kalisalze enthalten geringe Mengen vergesellschafteten Boracit.

Die größten Boratminen befinden sich in der Türkei (ca. 72 % des weltweiten Vorkommens) außerdem in der Nähe von Boron (Kramerlagerstätte) in Kalifornien und Kırka. Abgebaut werden die Mineralien Borax, Kernit und Colemanit.

Gewinnung und Darstellung
Amorphes Bor wird durch die Reduktion von Bortrioxid, B2O3, mit Magnesiumpulver hergestellt.

Kristallines Bor erhält man durch
* Erhitzen von amorphem Bor auf über 1400 °C
* Reduktion von Bortrichlorid durch Wasserstoff am heißen Wolframdraht
* thermische Zersetzung des Hydrids Diboran
* Schmelzflusselektrolyse von Borsäure

Modifikationen
Die thermodynamisch stabilste Form ist die β-rhomboedrische Modifikation. Sie hat eine komplizierte Struktur mit 105 Boratomen pro Elementarzelle. Die einfachste allotrope Modifikation ist die α-rhomboedrische Form des Bors. Sie enthält 12 Boratome pro Elementarzelle.

α-tetragonales Bor, die als erstes dargestellte kristalline Form des Bors, enthält 50 Bor-Atome in der Elementarzelle (gemäß der Formel (B12)4B2), kann beispielsweise aber auch, abhängig von den Herstellungsbedingungen, als Einschlussverbindung B50C2 oder B50N2 vorliegen. Im fremdatomfreien α-tetragonalen Bor verbindet ein einzelnes Boratom immer vier B12-Ikosaeder miteinander. Jedes Ikosaeder hat Verbindungen zu je zwei einzelnen Boratomen und zehn anderen Ikosaedern.

Die in den Modifikationen des Bors dominierende Struktureinheit ist das B12-Ikosaeder. Das metallische Bor ist schwarz, sehr hart und bei Raumtemperatur ein schlechter Leiter. Es kommt nicht in der Natur vor.

Forscher an der ETH in Zürich stellten aus äußerst reinem Bor einen ionischen Kristall her. Dazu musste das Material einem Druck von bis zu 30 Gigapascal und einer Temperatur von 1500 Grad Celsius ausgesetzt werden.

Eigenschaften
Wegen der hohen Ionisierungsenergie sind von Bor keine B3+-Kationen bekannt. Die komplizierten Strukturen in vielen Borverbindungen und deren Eigenschaften zeigen, dass die Beschreibung der Bindungsverhältnisse als kovalent, metallisch oder ionisch stark vereinfachend sind und durch einen Molekülorbital(MO)-Ansatz ersetzt werden müssen.

Die Elektronenkonfiguration 1s22s22p1 des Bors zeigt, dass nur die drei Elektronen der zweiten Schale für die Ausbildung von kovalenten Bindungen mit s, px, py und pz-Orbitalen zur Verfügung stehen. Dieser Elektronenmangel wird durch Ausbildung von Mehrzentrenbindungen und Elektronenakzeptorverhalten (Lewis-Acidität) kompensiert.

Bor ist durchlässig für Infrarotlicht. Bei Raumtemperatur zeigt es eine geringe elektrische Leitfähigkeit, die bei höheren Temperaturen stark ansteigt.

Bor besitzt die höchste Zugfestigkeit aller bekannten Elemente sowie die zweithöchste Härte, nur übertroffen von der Kohlenstoffmodifikation Diamant. Bormodifikationen haben physikalische und chemische Ähnlichkeit mit Hart-Keramiken wie Siliciumcarbid oder Wolframcarbid.

Die Fähigkeit des Bors, über kovalente Bindungen stabile räumliche Netzwerke auszubilden, sind ein weiterer Hinweis auf die chemische Ähnlichkeit des Bors mit seinen Periodennachbarn Kohlenstoff und Silicium.
Bor Stücke

Bis 400 °C ist Bor reaktionsträge, bei höheren Temperaturen wird es zu einem starken Reduktionsmittel. Bei Temperaturen über 700 °C verbrennt es in Luft zu Bortrioxid B2O3. Von siedender Salz- und Fluorwasserstoffsäure wird Bor nicht angegriffen. Auch oxidierend wirkende, heiße, konzentrierte Schwefelsäure greift Bor erst bei Temperaturen über 200 °C an, heiße konzentrierte Phosphorsäure erst bei Temperaturen über 600 °C.

Löst man B2O3 in Wasser, so entsteht die sehr schwache Borsäure. Deren flüchtige Ester, am deutlichsten Trimethylborat, färben Flammen kräftig grün.

Eine wichtige Forschungsdisziplin der heutigen anorganischen Chemie ist die der Verbindungen des Bors mit Wasserstoff (Borane), sowie mit Wasserstoff und Stickstoff, die überraschend den Kohlenwasserstoffen ähneln (isoelektronisch), z. B. Borazol B3N3H6 („anorganisches Benzol“). Auch eine ganze Reihe organischer Borverbindungen sind bekannt, beispielsweise Boronsäuren.

Verwendung
Die wirtschaftlich wichtigste Verbindung ist Borax (Natriumtetraborat-Decahydrat, Na2B4O7 · 10 H2O) zur Herstellung von Isolierstoffen und Bleichstoffen (Perborate). Weitere Anwendungen:

Elementares Bor
* Additiv für Raketentreibstoffe,
* Ferrobor und Bor als Legierungszusatz für Feinkornbaustähle und Nickelbasislegierungen,
* Desoxidation von Kupfer,
* Bor-Nitrat Gemische als Zünder für Airbags,
* Hartstoffherstellung (Borcarbid, Bornitrid; weitere Anwendungen siehe dort),
* Kristallines Bor und Borfasern für Anwendungen mit extrem hoher Festigkeit und Steifigkeit: Bauteile für Helikopterrotoren, Tennisracks, Golfschläger und Angelruten. Wegen des geringen Radarechos auch im Stealth-Jagdbomber F-117 bzw. B-2,
* Feuerwerksartikel und Leuchtmunition (wegen intensiv grüner Flamme),
* p-Dotierung in Silicium,
* thermochemische Randschichtverhärtung, siehe Borieren,
* Nuklearanwendungen von "10"B: Steuerstäbe in Nuklearreaktoren, Detektion von Neutronen, Neutronenabschirmung (Strahlenschutzkleidung und -Wände; in Stählen für Lagergefäße von Kernbrennstoffen) über die Kernreaktion "10"B(n,\alpha)"7"Li aufgrund des sehr hohen Wirkungsquerschnitts für Neutronen mit einem gammastrahlenfreien Reaktionsprodukt. Außerdem wird dem Kühlwasser von Druckwasserreaktoren eine bestimmte, variable Menge von Borsäure zugemischt. Dies dient zur Steuerung der Kettenreaktion.

Borverbindungen
* Waschmittel (Perborate),
* Bor-Silikat-Fasern zur thermischen Isolierung (Steinwolle?),
* Lichtwellenleiter,
* Organische Synthesen,
* Herstellung von feuerfesten Borsilikatgläsern (Pyrex, Duran) und Glasfritten,
* Keramikglasuren,
* Pflanzenschutzmittel,
* Neodym-Eisen-Borverbindungen zur Herstellung stärkster Magnete. Sie werden genutzt für Kernspintomographen, Mikromotoren und Festplatten (Positionierung der Schreib-/Leseköpfe), Dauermagnet-Rotoren (z. B. Schritt- und Servomotoren), Linearmotoren für Positionierachsen, hochwertige Lautsprecher und Kopfhörer. Gegenüber den Cobalt-Samarium-Magneten sind sie wesentlich preiswerter.
* Brems- und Kupplungsbeläge,
* Panzerungen, kugelsichere Westen,
* Flussmittel zum Löten (Borsäure),
* Kühlschmierstoffe in der Zerspanung,
* Holzschutzmittel (wegen geringer Giftigkeit),
* Flammschutzmittel für Platinen,
* Kosmetikindustrie,
* Düngemittel,
* Entkeimen von Flugbenzin,
* Borane,
* Diboran,
* Bornitrid,
* Borhalogenide,
* Nachweis von niederen Alkoholen mit Borsäure (s. Trimethylborat),
* BNCT ("Boron Neutron Capture Therapy"),
* Magnesiumdiborid (MgB2),
* Rheniumdiborid (ReB2) ist ein Feststoff härter als Diamant.

Physiologie
Bor ist möglicherweise ein essentielles Spurenelement, das unter anderem Einfluss auf Knochenstoffwechsel und Gehirnfunktion hat. Dosen über 100 mg/Tag können Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Pflanzen reagieren zum Teil sehr empfindlich auf Bor, so dass bestimmte sensible Pflanzen (Weiden, Obstbäume, Artischocken) bei Konzentrationen von mehr als 1 mg/L Bor zu Borchlorosen neigen (Krankheitsbild gekennzeichnet durch vermehrte Bildung von braunen Flecken) und schließlich absterben können.

Sicherheitshinweise
Elementares Bor in geringen Dosen ist nicht giftig. Einige Borverbindungen wie die Borane (Borwasserstoffverbindungen) sind allerdings hochgradig toxisch und müssen mit größter Sorgfalt gehandhabt werden. Bortrioxid, Borsäure und Borate werden mit der 30. ATP in der EU ab Sommer 2009 als fortpflanzungsgefährdend eingestuft.

Nachweis
Bor lässt sich in der analytischen Chemie mit der Curcumin-Methode quantitativ in Form des rot-gefärbten Komplexes Rosocyanin nachweisen. Hierzu wird eine Probe des Bor-haltigen Materials oxidativ aufgeschlossen. Die sich durch den Aufschluss gebildete Borsäure kann anschließend kolorimetrisch bestimmt werden.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 13.05.2021 03:11 von den Wikipedia-Autoren.
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