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Beliebte Kleingärten – Junge Familien suchen Lauben

Kleingärtnern ist in Mode gekommen. Vor allem in den Städten ist die Nachfrage groß, immer mehr jüngere Menschen entdecken den Laubenpieper in sich.

Jäten, säen, pflanzen, schneiden – immer mehr Menschen haben in der Corona-Zeit ihre Liebe zum Gärtnern entdeckt. Unter anderem die eingeschränkten Reisemöglichkeiten trieben die Nachfrage nach Kleingärten in Niedersachsen an. In der Pandemie seien viele freie Gärten belegt worden, sagte der Präsident des Landesverbandes der Gartenfreunde, Hansjörg Kefeder, der Deutschen Presse-Agentur. «Eigentlich sind wir ausgelastet.» Auch viele junge Familien suchten eine Alternative zum Alltag – den Urlaub im Garten.

In Städten wie Lüneburg gibt es in 17 Kleingartenvereinen kaum noch freie Parzellen. Das ist in anderen Städten im Land ähnlich. Neue Flächen zu erschließen, sei aufwendig und teuer. «In Wolfsburg gibt es einen Kleingartenentwicklungsplan», erzählte Kefeder. «Ich gehe nicht davon aus, dass viele dazukommen.»

Parzellen seien meist preiswerter als beispielsweise Campingplätze. In Lüneburg koste ein Grundstück mit 400 Quadratmetern nicht einmal 100 Euro pro Jahr – hinzu kommen Vereinsbeitrag und Versicherung. Und die soziale Verpflichtung, den Garten in Schuss zu halten, sonst werde man von den Vereinen darauf aufmerksam gemacht. Schließlich sei ein preiswerter Garten nur ein Teil einer öffentlichen Anlage, auch die Gemeinschaftsflächen seien zu pflegen, erklärte Kefeder.

Einen Generationenwechsel könne er allerdings noch nicht feststellen. «Das Durchschnittsalter liegt zwischen 55 und 60 Jahren», berichtete er. Statistiken des Landwirtschaftsministeriums in Hannover gehen von mehr als 65 000 Kleingärten nach dem Bundeskleingartengesetz in Niedersachsen aus.

Wenn eine Parzelle frei wird, sei sie innerhalb einer halben Woche wieder weg, erzählt Heinz Krech aus Lüneburg. Er führt keine Liste mehr, da habe er keine guten Erfahrungen gemacht, erzählte der Vorsitzende vom Kleingärtnerverein Ilmenau mit 114 Parzellen. Wer anrufe, könne Glück haben. So sei derzeit eine renovierte Steinlaube frei, das Grundstück belaufe sich auf 285 Quadratmeter. Pro Meter kostet die Pacht 14 Cent, dazu kommen der Mitgliedsbeitrag im Verein und der Abstand an den Vorpächter. Die Nachfrage sei enorm, in den vergangenen Jahren habe sich das Interesse besonders von jungen Familien deutlich gesteigert. «Wir haben uns sehr verjüngt, für die 60 bis 80 Kinder ist das hier das Paradies», erzählt Krech.

In den durch Corona-Einschränkungen geprägten Jahren hätten sich die Kleingartenvereine der Hansestadt wieder mehr vernetzt. So gebe es 12 bis 14 Fälle von Gartennomaden, die durch gegenseitige Warnungen nun nicht mehr so leicht von einer Anlage zur nächsten ziehen können. «Wir haben auch eine Frau gehabt, die hat hier drei, vier Jahre gelebt und ist weg ohne zu bezahlen», berichtet er.

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